verfaßt von Timbatuku, 01.03.2026, 16:09:44
> Genau, wer stürzt sich freiwillig in ein derart Risikobehaftetes
> Himmelfahrtskommando.
Die Frage ist, ob es tatsächlich so ein Himmelfahrtskommando ist. Aber wenn die Apothekerverbände und -lobbyisten Tag für Tag von morgens bis abends darüber jammern, wie Scheiße das Führen einer Apotheke doch ist, dann muss man sich kein bisschen wundern, dass junge Pharmazie-Studenten, die sich mit dem Gedanken an eine Selbstständigkeit beschäftigen, davon Abstand nehmen. Merkt ihr gar nicht, dass ihr mit eurem Gejammer den Nachwuchs regelrecht verscheucht?
> Seit 2004(!) ist
> Vergütung von 8,10 € nicht mehr nennenswert erhöht worden (2013 auf
> 8,35 € ) bis heute. Das sind 3% in 20 Jahreh!!!
Da in den 20 Jahren nicht reihenweise Apotheken Konkurs anmelden mussten, heißt das ja lediglich, dass die Vergütung anno 2004 viel zu hoch angesetzt war.
> Wundert Dich das dann, dass das keiner machen will.
Nein, wundern tut mich gar nichts mehr. Es ist der Zeitgeist, dass heute viele in kürzester Zeit anstrengungslos stinkreich werden wollen. Offenbar auch Apotheker. Wenn das dann nicht so funktioniert, wie es erträumt wurde, dann werden sie sauer und schimpfen über alles, was ihnen über den Weg läuft.
> Er muß praktisch einen finden oder das Warenlager vorher auf fast Null
> abschmelzen,
> also auf Bestellware setzen. Für 'nen Appel und 'nen Ei wird er dann schon
> jemanden finden.
Da sind wir wieder an dem Punkt, wo wir schon waren: Wenn er seinen Bestand ohnehin nur für 'nen Appel und 'nen Ei abstößt, könnte er den Bestand doch auch zu diesem Kurs einem potentiellen Nachfolger anbieten. Sofern einer da ist, heißt das.
> Klar, die verschieben ein Paar Kulissen und haben plötzlich den doppelten
> Raum zur Verfügung.
Müssen sie gar nicht! Ich war schon sehr oft in einer kleinen Apotheke, wo ich der einzige Kunde war. Vor mir war keiner drin und nach mit kam keiner rein. Hätten die auf einmal dreimal so viele Kunden wie zuvor, dann müssten sie wenigstens nicht mehr so viel Kaffee trinken und könnten durcharbeiten.
> Dich möchte ich mal erleben, wie Du jammern würdest, wenn man Dir dein
> Gehalt
> mehr als 20 Jahren nur 1x nach 9 Jahren um 3% erhöht hätte.
Och, Adi, ich habe in meinem Leben sogar schon freiwillig 30% Rückgang hingenommen und mir einen anderen Job gesucht, der mir und meiner Familie gut tat. Geld ist nicht alles. Ich bin ein relativ bescheidener Mensch und bin zufrieden, wenn ich genug zu essen und ein Dach überm Kopf habe. Und wie bereits geschrieben, entscheidend ist nur, ob unterm Strich eine schwarze Zahl herauskommt. Wenn am Anfang dieser 20jährigen Periode die Vergütung exorbitant hoch und zum Ende "nur noch" normal ist, dann ist das durchaus hinnehmbar. Aber ich verstehe natürlich, dass es die Sucht nach unermesslichem Reichtum kaum befriedigt.
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