verfaßt von Timbatuku, 26.01.2026, 10:40:36
> Dieser zweite Schritt kommt nur, wenn der Forscher überhaupt den ersten
> gemacht hat, nämlich Alternativen zu bedenken.
Selbstverständlich.
> Und das ist der Nutzen.
Nein. Du magst das so sehen. Ich sehe es - immer noch - anders. Wenn man nur über Alternativen und Möglichkeiten nachdenkt, ohne diese einem Praxistest bzw. Experiment zu unterziehen, dann nutzt es niemand. Der Erkenntnisgewinn und damit der Nutzen zeigt sich erst im Test.
Nebenbei gefragt, weil du in oben zitiertem Satz das „das“ durch Kursivstellung betonst, willst du damit etwa andeuten, dass nur das Nachdenken und Überlegen zu einem Nutzen führt und der Praxistest bzw. das Experiment nicht?
> Als einer, der mal Forscher werden wollte, weiß ich das schon
> länger. Haben viele andere im Studium damals aber auch nicht begriffen.
Vielleicht ist das auch eher eine Frage der Definition und weniger des Begreifens und das Ganze war unter euch Studenten lediglich ein Missverständnis. Für dich ist scheinbar die unverzichtbare Vorbereitung der eigentlichen Arbeit Teil des Nutzens. Für mich ist sie das eben nicht. Will ich Dreck vom Hof fegen, muss ich zuerst den Besen holen. Dabei sehe ich den Nutzen im Fegen und der daraus resultierenden Reinlichkeit, nicht im Besen holen, auch wenn das eine nicht ohne das andere geht.
Die Frage ist, an welchem Punkt entsteht verwertbarer Nutzen. Der entsteht doch erst, wenn man weiß, ob es funktioniert oder nicht.
> Und genau das ist ein viel, viel größerer Nutzen, als viele Leute
> glauben. "Geht nicht" ist eine sehr wichtige Erkenntnis, genauso wie "wir
> wissen es nicht" eine sehr bedeutsame Aussage sein kann. Es schließt eben
> etwas aus, was nicht sein kann, bzw. sagt aus, dass noch mehr
> Forschungsbedarf besteht.
Zustimmung. Sowohl „Geht“ als auch „Geht nicht“ sind Erkenntnisse, die man beim Ausprobieren erlangt. Und „wir wissen es nicht“ ist isoliert betrachtet erstmal nutzlos. Führt diese Aussage zu weiterer Forschung, entsteht der Nutzen später, nämlich aus den Ergebnissen der weiteren Forschung. Ansonsten bleibt sie nutzlos.
> Das ist gefährlicher Quatsch.
>
> Wir haben in der Fahrschule gelernt, dass man am Besten in der
> Hälfte der Sichtweite anhalten können sollte, wenn es Gegenverkehr
> geben könnte. Nur auf Autobahnen "gilt" das mit der vollen Sichtweite.
Stimmt. Das meinte ich und habe mich falsch ausgedrückt. Ich bitte um Nachsicht.
Deine netten Geschichten dazu habe ich zur Kenntnis genommen. Dir ist aber hoffentlich klar, dass selbst der umsichtigste Autofahrer nicht absolut geschützt ist. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, schon gar nicht auf Deutschlands Straßen.
> Stell' nicht immer nur deine eigenen Überlegungen und Meinungen als
> absolute Tatsachen hin,
Habe ich nicht! Ich habe eine Meinung und vertrete diese mit meinen Argumenten. Du hast eine andere … so what? Wenn dich meine Argumente ebenso wenig überzeugen wie deine mich, dann bleibt halt jeder bei seiner Meinung. Davon wird die Welt schon nicht untergehen.
Witzig ist allerdings, dass sehr oft (Ausnahmen bestätigen die Regel) ausgerechnet jene Zeitgenossen den Vorwurf in den Raum stellen, man würde die eigene Meinung als absolute Tatsache hinstellen, die selbst von ihrer eigenen Meinung so sehr überzeugt sind, dass sie nicht mal auf die Idee kommen, es könnte eine andere, ebenfalls zutreffende geben.
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