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#478286 Hallo, alle am schlafen? (nt.netz-treff)

verfaßt von Johann, 17.03.2026, 08:21:23
(editiert von Johann, 17.03.2026, 08:34:50)

> Das Problem ist nicht die einzelne Information, die du irgendwo preisgibst.
> Die Konzerne sind heute in der Lage, die vielen kleinen Puzzleteile
> zusammenzusetzen, die du hinterlässt und daraus ein digitales Bild von dir
> zu erstellen.

Ja, das ist mir bekannt. Und?

> Irgendjemand begeht einen Fehler und du rutschst ungewollt in
> einen Teufelskreis, wo du nur schwer wieder raus kommst.

Verstehe ich nicht. Was meinst Du damit genau, gibt es da Anhaltspunkte, Erhebungen, Fallbeispiele?

> Ich habe auf meinem Smartphone Fair Email installiert. Nicht aus dem
> Playstore sondern von F-Droid. Das kann man ziemlich gut auf Datenschutz
> trimmen, Du weißt garnicht, in wievielen mitgesendeten Bildern verfolgende
> Cookies versteckt sind, die alles registrieren, was du anschaust.

1. In E-Mail gibt es keine Cookies, das ist ein http-Browser Feature
2. In Bildern selbst gibt es keine Cookies, bestenfalls werden welche vom http-server ausgegeben, wenn derlei Ressourcen davon abgerufen werden.
3. Cookies, klassisch http, beinhalten keine code-Logik, sie "speichern" nichts aktiv, sie SIND de facto ein bestimmter Speicherwert

Image-tracking, auch in E-Mails, funktioniert anders, völlig trivial. Wenn eine eingebettete Image-Ressource von einem http-Server abgerufen wird, egal ob im standard Browser oder einem http-renderer in einem Mail-Client, dann wird dieser Abruf vom Server registriert, auf dem diese Ressource liegt. Das macht standardmässig _jeder_ http Server schon seitdem es die Dinger gibt.
Klar, kann ich damit ggf. Identifikationen bauen. Einfach an die Ressource einen Identifier mit ?x=... anhängen und jut.
Auf dieser Basis und ähnlicher mechanismen fußen Massen-Mail-Anbieter, über die man große Verteiler an Kunden usw. schicken kann, um Statistiken über die Öffnungsrate, conversions, Hits usw. zu erhalten. Alles keine Magie, alles Schnee von gestern, schon immer seitdem es das www gibt.

Hey Joe zum Beispiel könnte, seitdem Reinhard (Roy Murphy) das Signaturbild von Jochens Server laden lässt, Statistiken führen, wie oft des Roys Beiträge von irgendwem betrachtet werden.
Über Browser-fingerprinting könnte er theoretisch sogar anonyme Profile erstellen über die Zeit, beim Abruf dieser Image-Ressource den server veranlassen ein Cookie zu setzen, falls der NT Server keine CORS/X-site flags setzt, die das verhindern usw. obwohl er mit Netz-Treff ansich technisch überhaupt nichts am Hut hat.

> Fair Email blockiert die standardmäßig.

Nahezu alle modernen E-Mail Clients tun das standardmässig. Aus genau dem vorgenannten Grund.

> Durch das Zusammenführen der
> Informationen wissen die zahlenden Konzerne sehr genau über deine
> Interessen Bescheid.

Ja, klar, sollte jeder wissen, der Amazon und Youtube et ct. verwendet. Aber was ist da dran für mich persönlich der konkrete Nachteil?

> Vor über 20 Jahren wurde ein Hollywoodstreifen mit Will Smith gedreht,
> Staatsfeind Nr.1. Wenn du Lust hast, schaue dir den an oder du kennst ihn
> schon. Die dort beschriebene Handlung oder Ähnliche kann einen heute
> ereilen, schneller als man das will.

Joa, den kenn ich seitdem der raus kam. Ich kenne auch Filme, wo mit Warp-Antrieb geflogen, überlichtschnell kommuniziert wird oder untote Blutsauger ihr Unwesen treiben... alles nette und teils spannende Geschichten.  :-)
Allerdings zielt Enemy of the state eher auf die Möglichkeiten staatlicher/geheimdienstlicher Möglichkeiten ab. Das ist nochmal ein anderes Kaliber als Facebook.
Gruseliger finde ich eher Fiktionen wie Matrix, Terminator, iRobot usw. aber aus ganz anderen Gründen.

> Deswegen gehe ich mit meinen Daten im Netz sehr vorsichtig um. Manchmal ist
> es auch interessant, seinen Namen in die Googlesuche einzugeben und zu
> schauen, was da alles kommt.

Das mag sein und ist ja auch dein ureigenes Recht, wenn du das bevorzugst. Eine Antwort darauf, was denn nun konkret für mich an business-orientiertem Profiling nachteilig ist, vermisse ich nach wie vor.

--
Lass die Leute reden, die Hühner können's nicht.
(Alm Öhi, Heidi 1952)

 

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