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#478532 Weniger Honorar für Psychotherapeuten (ot.politik)

verfaßt von zack, 29.03.2026, 18:21:41

> Gute Besserung :troest:

Danke, heute geht es etwas besser. Der schlimmste Tag war wohl gestern. Das einzig gute an Erkältungen, dass sie rum gehen.

Und heute dafür neu und überdacht und mit meinen geliebten Anführungsstrichen unten!  :-)

(aus Word/OO Writer)

> Nunn ja die Medien sagen es wird um 4,5% gekürzt. Im Gleichen Atemzug wird
> erwähnt das die Gehälter der Therapeuten in den letzten Jahren ja
> schließlich auch prozentuell höher gestiegen sind als die der anderen
> Fachärzte.

Bis hier hin stimmt es ja auch alles und ist wahr.

> Für jemanden der in diesem Thema nicht involviert ist, hört sich das
> salopp gesagt so an: " 4,5 % weniger tut den Therapeuten nicht weh immerhin
> haben sie ja die ganzen Jahre vorher mehr Gehaltserhöhungen bekommen als
> ein Facharzt."

Naja, wer unternehmerisch denken kann oder muss, wird schon verstehen, dass das ein harter Schnitt ist und vermutlich die „Speckschicht“, die man eigentlich braucht. Das tut weh.

Ohne diese Perspektive sieht es für mich schlicht danach aus, dass man jemand etwas gibt, um es ihm dann wieder wegzunehmen. Verarschung.

> Das stimmt aber nicht.

Das im Text der Tagesschau schon – nur ist es halt die halbe Wahrheit und ich verstehe jetzt, was Du damit meinst. Es ist nicht die ganze Wahrheit.

> Deren Gehälter wurden lediglich, nach gerichtlicher Anordnung vom
> Bundesozialgericht, denen der Fachärzte angeglichen und das nicht mal im
> vollen Umfang.

Das Urteil hätte man sich ja sparen können. Vermutlich wird da schon eine Klage vorbereitet, mit man aber m.W.n. nicht im ersten Zug vor das BSG kann. Das kostet Zeit und Geld und schadet den Betroffenen nur.

> Auch wurde festgelegt das angehende Therapeuten eine Vergütung von
> mindestens 1000 Euro bekommen sollen wenn sie ihre praktischen Stunden
> absolvieren.

Also unter Mindestlohn. Ich fragte mich neulich, warum man z.B. beim LIDL als Lehrling anfangen sollte für das beworbene Gehalt. Kassieren und Waren verräumen lernt man in einer Woche oder nie, denke ich. Und Aufräumen kann man ohne Vorkenntnisse.

Nicht, dass das unwichtige Arbeiten wären – im Gegenteil. Es ist zwar etwas besser geworden, aber in sowas wie der Liste der „10 angesehensten Berufe“ stehen viele, ohne die man eine Woche recht gut klar kommen kann. Die, wo man das nicht kann, stehen da nicht alle.

> du kannst das gern hier nachlesen.
> deutsches
> ärzteblatt

Das glaube ich gern. Im Ärzteblatt steht vieles, auch dass eine aktuelle Klage tatsächlich vorbereitet wird für das LSG Berlin. Da lag ich also nicht ganz verkehrt.

https://www.aerzteblatt.de/news/klage-gegen-kurzungen-psychotherapeutischer-leistungen-angekundigt-3592a169-630e-408b-abf8-71d0c805ab9b

Insgesamt scheint mir, man habe das recht rasch über die Bühne gezogen. Das könnte Blendwerk werden, wenn das Gericht die „Revision“ des Ergebnisses des BSG wieder verwirft. Dauert aber und verursacht strukturelle Schäden.

> Diese besagt das mindestens 1000 Euro Vergütung gezahlt werden muss.
> Und was wollte man erreichen?
> Die Idee war den Beruf Psychotherapeut attraktiver zu machen. Da damals
> erhöhter bedarf an Therapeuten und um im Vergleich der Fachärzte eine
> Benachteidigung zu verhindern.
> Was ist passiert?
> Das Kliniken und Einrichtungen weniger psychotherapeutische
> Ausbildungsstellen ausgeschrieben haben, weil sie sich die Vergütung nicht
> leisten konnten oder wollten.

Das wollte man sich zum heutigen Datum nicht leisten. Dabei sollte die Vergütung für Psychotherapie für Kliniken doch interessant sein. Man benötigt nicht zwingend fixe Räume und praktisch kein Gerät zur Diagnostik. Aber vielleicht fehlt den Kliniken genau dieser Aspekt samt Vergütung.

> Das Thema ist so komplex ....

Naja, es geht immer um Gewinnmaximierung. Nicht für „uns“ - ist klar. Damit Reiche reicher werden, müssen Ärmere ärmer werden. Wo soll es sonst herkommen?

> ...das alles rauszusuchen und zu verlinken
> würde einer Dr. Arbeit nachkommen.

Das stimmt und die wird niemand fordern. Das üble Geflecht will man nicht en bloc veröffentlicht haben. So es denn jemand liest und beachtet.

Dagobert Lindlaus Buch „Der Mob“ über das organisierte Verbrechen enthielt auch einiges. Aber – ja und? Weiter geht es damit.

> ich bin aber auch etwas abgeschweift.
> deine Frage war ja eher warum ich denke das die Medien Halbwahrheiten
> erzählen.

Und genau das hast Du bis hierhin klarer dargestellt, als im Folgenden. Bis hierher als Lob für die Antwort!  ;-)

> um es kurz und eventuell anschaulicher zu machen.
> Worte sind Macht und wie man Worte verwendet kann manipulierend sein.

Ach Herrje, das ist doch schon Hunderte und Tausende von Jahren so. Nur ist zur Globalisierung nun auch wieder mehr Waffengewalt gekommen und die sozialen Hetzwerke. Ein unangenehmer Mix, finde ich.

> Im Fall Ebstein z.B.

Epstein. Ansonsten ist das für mich eine widerliche Geschichte, von der ich lieber möglichst wenig weiß.

> da reden die Medien von minderjährigen Frauen und Männern.
> Nun ja diese Wortwahl /Ausdrucksweise verharmlost eine ganz wichtige
> Tatsache.
> Nämlich, das es sich bei den Opfern um junge Mädchen und junge Jungen,
> sprich Kindern handelt.
> Es gibt schlichtweg keine Minderjährigen Frauen und Männer
> Ist man Minderjährig ist man ein Kind oder Jugendlicher PUNKT!

Es heißt doch korrekt: Kind (m/w/d) oder nicht?  ;-)

Das Gendern ist m.E. oft Augenwischerei zur Ablenkung von persistierenden Problemen. Ja, man hat das was geändert und verbessert. Sprachlich. Wie schön für Betroffene.

> Das selbe mit dem Wort Sexskandal. welches die Medien im Zusammenhang mit
> dem Epsteinfall benutzen
> Der Fall Epstein ist kein Sexskandal, sondern ein sehr schwerer Fall von
> Mord, Menschenhandel, Folter und Ausbeutung Schutzbefolener. Ein extrem
> schwerer Fall von sexuellem Kindesmisbrauch.

Naja, den „Sexskandal“ kann und muss man wohl schon als Überschrift nehmen, damit es viele anklicken. Vielleicht ist es Verbundenen auch ein Anlass, sich davon zu entfernen (in Zukunft).

> Von einem Sexskandal kann man sprechen, wenn Paris Hilton mal wieder ein
> Video viral gehen lässt.

Das Zitat von ihr habe ich mir gemerkt: Ob gute Presse oder schlechte Presse – Hauptsache Presse!

Erklärte es doch schon damals die Bedeutung des Wortes „Medienpräsenz“. Ich weiß nicht, wann das war. Kurz nach dem Video? Jedenfalls lange vor sozialen Hetzwerken.

Aktuell gab sie wohl im Interview zu verstehen, dass die Aktion (von wem nun?) ihr zwar genützt hätte, sie es aber therapeutisch hätte aufarbeiten müssen. Die ganze Wahrheit – kennt vielleicht keiner.

Wir sind ja auch gespannt, was aus dem Fall „C. Fernandes“ wird. Warum bringt man es in die Presse, wenn man der Staatsanwaltschaft Material liefern konnte? Das behindert nur die Ermittlungen oder macht ein Ergebnis teilweise zunichte. Und der Beschuldigte wird natürlich in (fast) aller Breite in den Medien vorverurteilt. Ich hoffe mal, dass da was dran ist. Ansonsten: Dschungelkönigin?!

> Von der Wortwahl der Medien, und dadurch Verharmlosung der Zustände in
> Gaza will ich gar nicht erst anfangen

Tja, Genozid darf man es als Deutscher nicht nennen wegen der Geschichte und weil man Israel bislang auch bedingungslos unterstützt hat. Eine unangenehme Wahrheit bzw. zwei.

> Ich versteh einfach nicht warum man Dinge nicht mehr beim Namen nennt und
> um den heißen Brei rumredet und damit z.T. verharmlost oder
> herunterspielt.

Oder auch hochspielt und dramatisiert.

Man muss in die Medien bringen, was die Masse klickt und damit letztlich auch „kauft“.

Hintergründe können komplex und ermüdend sein. Dennoch interessiert mich sowas und wenn, dann nehme ich mir dafür Zeit. Und nicht für irgendeinen unwichtigen Scheiß aus Königshäusern oder bei anderen Prominenten. Kenne ich deren Namen nicht, schaue ich da schon gar nicht rein.

Ja, es wird eine Blase von Menschen werden, die den Mist nicht (vollumpfänglich) mitmachen. Aber warum soll ich mich um Dinge scheren oder gar kümmern, die mich nicht interessieren?

Tamgotchi-Effekten weiche ich gern aus.

Dazu aus dem Archiv gekramt:

https://netz-treff.de/forum/archiveviewer.php?id=472934

--
Der Kapitalismus kennt keine Kosten - nur Umsätze.


Man kann hinkommen, wo immer man will - egal wie lange es dauert.

 

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