verfaßt von Timbatuku, 30.03.2026, 10:15:16
(editiert von Timbatuku, 30.03.2026, 10:17:14)
> Wenn ich von etwas total begeistert bin und möchte dieses an den Mann/Frau
> bringen. Möchte möglichst viele Menschen mit meiner Begeisterung
> anstecken und überzeugen, quasie auf meine Seite ziehen..........wie kann
> ich da neutral bleiben/sein?
Vielleicht, weil Neutralität und Wahrheitsliebe noch überzeugender ist als die Übertreibung? Wir alle kennen die Übertreibung aus der Werbung. Jeder preist sein Produkt als das beste aller Zeiten an. Dann kauft man es und stellt fest, es stimmt nicht mal die Hälfte der Versprechen. Das passiert einem fünfmal, oder zehnmal, und irgendwann hat man aus der Erfahrung gelernt: Werbung lügt. Das funktioniert ebenso beim Versuch, andere von seiner Sache zu überzeugen. Ist die erste Übertreibung oder sogar Falschbehauptung erst entdeckt, glaubt man den Rest auch nicht mehr.
> Das geht doch gar nicht.
Das geht durchaus. Man muss es nur wollen. Das kann natürlich nicht so weit gehen, dass man die Position seines Gegners übernimmt. Aber ein bisschen auf dem Teppich bleiben kann man schon. Das ist übrigens auch die Voraussetzung, einen Kompromiss zu finden, sofern das das Ziel sein sollte.
> Um jemanden von meiner Sache zu überzeugen muss
> ich doch überwiegend die Pluspunkte hervorheben.
Natürlich. Das geht aber auch ohne Übertreibung und sachlich korrekt.
> Klar ein zwei Minuspunkte
> werde ich zugeben damit es ehrlich und nicht utopisch wirkt, aber im
> Großen und Ganzen macht es doch Sinn, nur das positive hervorzuheben.
Ernsthaft, MaPa? Ein, zwei Minuspunkte einflechten, damit "es ehrlich […] wirkt"? Ich denke, man muss den Empfänger der Werbebotschaft schon für arg bescheuert halten, wenn man glaubt, das würde funktionieren. Ehrlich wirkt es, wenn es ehrlich ist, nicht, wenn es nur so aussieht, als wäre es ehrlich.
> Ist doch völlig klar das ich meine Sache im besten Licht da stehen lasse
> während ich bei meinem "Gegner" das Haar in der Suppe finde und darüber
> berichte.
So völlig klar ist das für mich eben nicht, aber natürlich kann man die von dir beschriebene Strategie wählen. Das ist legitim. Ob sie funktioniert, steht auf einem anderen Blatt. Wenn der Adressat herausfindet, dass manche Haare in der Suppe des Gegners gar nicht existieren oder dass das Licht, in dem sich der Werbende präsentiert, nur das Make-up des Werbenden besser beleuchtet, dann ist fraglich, ob die Strategie verfängt.
> Also ich muss mich entschuldigen, aber da kann ich Adi voll verstehen.
Ich glaube, Adis Motivation können wir alle verstehen. Deswegen wird ihm wohl niemand sein Engagement nachtragen. Nicht mal ich als eingefleischter Online-Shopper tue das.
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