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#479811 Freigang für lebenslänglich verurteilten Mörder?? (ot.haushalt)

verfaßt von Kleinalrik2021, 19.06.2026, 11:20:17
(editiert von Kleinalrik2021, 19.06.2026, 11:32:53)

Mit der Verurteilung und Inhaftierung eines Verbrechers (in diesem Falle ein Mörder, was am obersten Ende der möglichen Straftaten steht) enden und verfallen nicht sämtliche Rechte des Verurteilten, schon garnicht auf immer und ewig.
Es ist immernoch ein Mensch. Wie lange und wie intensiv willst du ihn dafür abstrafen? Einen Rest Würde muss man auch den Niedersten zugestehen. Wenigstens nach einer Weile, wenigstens abhängig von seinem Verhalten.

Und nun schauen wir uns nur mal die sachlichen Rahmenbedingungen an.
- Er hatte bereits 15 Jahre abgesessen. Das ist ja schonmal eine Hausnummer. Und in dieser Zeit hat er sich nicht auffällig verhalten und es ging nach Einschätzung der JVA keine Gefahr mehr von ihm aus, denn dann gibt's auch keinen Freigang.
- Der Anlass war ein häuslicher Besuch bei seiner Mutter. Ob hier besondere Umstände vorliegen, wissen wir nicht. Aber man darf schon im Hinterkopf behalten, dass die Mutter mindestens Ende 60 ist.
- Der Freigang war begleitet.

Ich denke, das ist etwas, was man auch einem verurteilten Mörder gönnen darf, einen gelegentlichen Besuch bei der alten Mutter.

Und halten wir mal fest, dass er zwar in einen Unfall verwickelt war, aber niemanden böswillig einen Schaden zugefügt hat. Wäre der Unfall nicht, müsste man eingestehen, es ist nichts Schlimmes passiert.

Die Einschätzung, dass keine Fluchtgefahr droht und dass durch die Begleitung ein etwaiger Fluchtversuch unterdrückt wird, war eine Fehleinschätzung. Das ist bedauerlich. Aber Fehleinschätzung passieren hin und wieder.
Die Flucht wäre zu 100% unterdrückt worden, wenn man den Mörder 2011 einfach in eine Oubliette gesteckt hätte und die Tür niemals wieder geöffnet hätte. Das hätte aber aufgrund der allgemeinen Unsicherheit bei ALLEN Häftlingen durchgeführt werden müssen. Keine Freigänge --> keine Fluchtversuche bei Freigängen, bestechende Logik.

Ich beurteile es als Errungenschaft unserer Nation, dass wir lieber der Menschlichkeit und der Menschenwürde den Vorzug geben, als uns von ständiger Angst vor möglichen Fehleinschätzungen binden lassen und lieber einen totalitären und fehlerfreien (?) Staat schaffen.

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