verfaßt von vordprefect, wo karl ruht.., 01.03.2025, 13:22:04
(editiert von vordprefect, 01.03.2025, 13:23:30)
Hi
hier mal meine persönlichen Erfahrungen mit HomeOffice.
> Mich ärgert, dass stets einige (gewissenlose) Schlamper neue
> Arbeitsformen, die sogar Kosten einsparen (weniger Aufwand für
> Büroräume) und zu Zeitgewinn und Umweltschonung führen können (kein Weg
> zur Arbeitsstelle), durch ihr Fehlverhalten torpedieren.
"Den Arbeitsplatz verwalten" und Müßiggang pflegen kann man auch im Büro - dazu brauchts kein HomeOffice.
> Unser Sohn hatte
> gleich nach Einführung des Home Office in seiner Abteilung mit viel
> EDV-Arbeit die Zusage erhalten, Home Office anzumelden, wenn nicht
> betriebliche Belange seine Anwesenheit erfordern.
> Die Anmeldung und die Abmeldung an einem Arbeitstag sowie die nachprüfbaren Arbeitsergebnisse
> genügen der Geschäftsleitung als Nachweis für die Tagesleistung.
> Per Video übers Intranet ist er jederzeit erreichbar und selbst
> kontaktfähig.
Das ist bei uns auch nicht anders. "Soziale Kontrolle" gibts übers Team und ansonsten sind wir auf allen gängigen Kanälen erreichbar (Teams / Firmenhandy etc)
> Bruthitze im Sommer oder (die selten gewordene) Eiseskälte und
> Wetterkapriolen haben ihren Schrecken verloren und tragen (auch) zur
> mentalen Gesundheit bei.
Ich mach ne andere Rechnung auf:
- Internetverbindung inkl. Kosten für den Router: Privat
- Heizungskosten / Stromkosten: Privat
- Am Anfang war die Hardwareausstattung (Monitor/PC) auch noch privat (per VPN mit privater Workstation ins Firmennetz).
Mittlerweile Laptop, Dockingstation, 2-3 Monitore, Firmenhandy.
- Büroausstattung: Privat (ergonomischer Bürostuhl und Schreibtisch)
- keine Klimaanlage bei direkter Sonneneinstrahlung - da kanns mal auf gut schwäbisch "oagnehm" werden.
Uns blieb keine andere Wahl, weil ein Büroumzug angesagt war und die neuen Büroräume am Anfang noch nicht fertig waren.
Danach Umzug ins neue Büro - dann kam Corona: Büro zu klein - die Abstände konnten nicht eingehalten werden - wieder HomeOffice.
Danach Verkleinerung der Bürofläche - erneuter Umzug nur noch flexible Arbeitsplätze - kein Büro als Team mehr - HomeOffice.
HomeOffice bedeutet in meinem Fall, daß die Möglichkeit eingeräumt wurde von zuhause aus mobil zu arbeiten. Wir haben keine schriftliche Betriebsvereinbarung (oder sowas), im Arbeitsvertrag steht davon nichts, aber seit 5 Jahren gelebte Praxis.
Wir haben noch ein Büro mit flexiblen Arbeitsplätzen, da es auch Mitarbeiter gibt, die keinen Platz haben mobil zu arbeiten, bzw. dies auch nicht wollen, aber im Höchstfall sind das 5 Leute, die mehr oder weniger oft da sind - von insgesamt ca. 50 Angestellten mit dem gleichen Arbeitsort.
Ja, ich könnte auch ins Büro (in 5min per Fuß zu erreichen) - da wartet ne Dockingstation und zwei Monitore, eine Kaffeemaschine - aber meine Kollegen aus dem Team treffe ich da auch nicht - höchstens am Office-Day, der einmal im Monat stattfindet.
Manchmal vermisse ich den "Smalltalk" mit den Kollegen und auch den "direkten Zugriff" auf Kollegen, wenn man ihn etwas fragen wollte und nur "um die Ecke" mußte.
Das einzige was in meinen Augen Probleme machen kann, ist die Identifizierung mit dem Unternehmen und damit den Kollegen dauerhaft zu halten.
Das fällt evtl. in einer virtuellen Arbeitswelt schwerer. Durch die persönlichen Kontakte und das Umfeld werden auch soziale Bindungen aufgebaut, die einen ans Unternehmen binden. Ich hatte den Vorteil die meisten Kollegen schon lange genug zu kennen, bevor es ins HomeOffice ging - daher weiß ich wie sie "ticken".
Wenn jemand neu anfängt und die Leute nicht kennt, ist es in meinen Augen schwieriger, sich hier ein Bild vom Unternehmen und den Kollegen etc. zu machen. Und wenn dann die Arbeit nicht paßt, ist er evtl. schneller auch wieder weg - bei Fachkräften gerade ja kein Problem sollte man meinen, weil man mit HomeOffice ja auch nicht mehr umziehen muß.
--
lg,
volker
so long and thank you for the fish >~°>
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