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#435268

Pahoo

bei Ingelheim,
25.11.2019, 23:53:05

Dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung (ot.haushalt)

Hat jemand Erfahrung mit dezentralen Lüftungsgeräten mit Wärmerückgewinnung?

Für die, die es noch nicht kennen: Erklärung hier

Die Geräte gibt es inzwischen von vielen Herstellern.

Hat jemand sowas zuhause? Klappt das gut? Was ist mit Verschmutzung, was ist mit Kondenswasser?

Gruß
Pahoo

#435278

Hausdoc

Green Cottage,
26.11.2019, 16:02:01

@ Pahoo

Dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung

> Hat jemand Erfahrung mit dezentralen Lüftungsgeräten mit
> Wärmerückgewinnung?

Ja.
> Für die, die es noch nicht kennen:
> Erklärung
> hier
>
> Die Geräte gibt es inzwischen von vielen Herstellern.
>
> Hat jemand sowas zuhause? Klappt das gut? Was ist mit Verschmutzung, was
> ist mit Kondenswasser?


Die Anschaffungs und Wartungskosten übersteigen um ein Vielfaches die Energieeinsparung
Der Wirkungsgrad des Wärmetauschers ist so schlecht, daß kein Kondensat anfällt.
Leider is dieser Nonens lt EnEV vorgeschrieben.

Diese Form der Wohnraumbelüftung erfüllt dabei bezüglich Luftmenge und Hygiene nicht mal ansatzweise gültiges Regelwerk und Normen.

Um ein normales Einfamilienhaus normgererecht "kontrolliert" zu belüften ist eine Luftmenge von 1200 - 2000m³/h notwendig.
Diese Geräte brauchen dann einen Erhitzer .
Diese Geräte kosten ohne Kanalsystem, Brandschutzklappen , Volumemstromregler usw ab 8000€, die komplette Installation ab 30000€

--
Gruß Hausdoc

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#435280

sansnom

26.11.2019, 16:18:31
(editiert von sansnom, 26.11.2019, 16:18:52)

@ Hausdoc

Dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung (ed)

Die ganzen Lobbyisten lachen sich wahrscheinlich scheckig,
dass sie diesen ganzen Schwachsinn in Form von immer
strenger werdenden EneV's durchbekommen.
Wahrscheinlich reichen sie den ganzen Schwachsinn
auch bei der Politik ein und die übernehmen das 1 zu 1.
Hat einer dieser Schwachköpfe jemals dran gedacht, wo
dieser ganze Styropormist irgendwann mal entsorgt werden soll,
während die "Dämmindustrie" wahrscheinlich Jubelpartys feiert!
Warum gibt es in Deutschland so wenig Eigentum im Verhältnis
zu anderen Ländern.................??????
U.a. wegen solchem Schwachsinn.
Und die Mieter sind auch nicht besser dran, auf deren Rücken wird
energetisch "saniert".
Die Mehrkosten an Miete kann man in 10000 Jahren nicht einsparen!

#435284

Hausdoc

Green Cottage,
26.11.2019, 17:03:39

@ sansnom

Dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung

> Die Mehrkosten an Miete kann man in 10000 Jahren nicht einsparen!

Doch..... man stellt einfach eine Sperrmüllkuche rein..... dann gilt die Wohnung als Möbiliert - und schon gilt der Mietdeckel nicht mehr.

Beispiel bei uns: Wohnung in Mietkaserne Baujahr 63. Kunststofffenster ca 20 Jahre alt.
48 m² : 900€ kalt

--
Gruß Hausdoc

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#435285

sansnom

26.11.2019, 17:27:31

@ Hausdoc

Dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung

ich hatte es aber aus der Sicht des Mieters gemeint, dem eine energetische
Sanierung aufgezwungen wird und er dann Mehrkosten zu tragen
hat, die er durch die zu erwartende Minderung der Nebenkosten
nie und nimmer ausgleichen kann...........

#435294

Pahoo

bei Ingelheim,
27.11.2019, 07:52:09
(editiert von Pahoo, 27.11.2019, 07:53:37)

@ Hausdoc

Dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung (ed)

Danke für deine Einschätzung.

> Die Anschaffungs und Wartungskosten übersteigen um ein Vielfaches die
> Energieeinsparung

Welche Wartung meinst du?

> Der Wirkungsgrad des Wärmetauschers ist so schlecht, daß kein Kondensat
> anfällt.

Der beworbene Wirkungsgrad ist sicher so realistisch wie die Diesel-Abgaswerte von VW im Prospekt.
Aber selbst wenn nur 40-50% der Abluft-Wärme gespeichert und zurückgeführt werden kann, ist das doch (im Winter) immer noch viel effizienter als Fensterlüftung…?
>
> Diese Form der Wohnraumbelüftung erfüllt dabei bezüglich Luftmenge und
> Hygiene nicht mal ansatzweise gültiges Regelwerk und Normen.

Wo genau sind die Probleme?

> Um ein normales Einfamilienhaus normgererecht "kontrolliert" zu belüften
> ist eine Luftmenge von 1200 - 2000m³/h notwendig.

Kann ich jetzt nicht glauben. Ein durchschnittliches EFH hat vielleicht ca. 1.200m³ umbauten Raum.
Bei 1200 - 2000m³/h müsste die gesamte Luft 1-2 x pro Stunde getauscht werden.
Macht kein Mensch.

#435295

fuchsi zur Homepage von fuchsi

Niederösterreich,
27.11.2019, 08:01:54
(editiert von fuchsi, 27.11.2019, 08:06:58)

@ Pahoo

Dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung (ed)

> , ist das doch (im Winter) immer noch viel
> effizienter als Fensterlüftung…?

Bezweifle ich.

Bei einer effektiven Kreuzlüftung durch Öffnen aller Fenster habe ich für einen kompletten Luftaustausch in den 5-10 Minuten so gut wie keinen nennenswerten Wärmeverlust.

Bei diesen Lüftungen hast Du 24h einen Wärmeverlust.

--
mein privates Hobby. www.ffzell.at

#435307

Pahoo

bei Ingelheim,
27.11.2019, 10:04:25
(editiert von Pahoo, 27.11.2019, 10:06:43)

@ fuchsi

Dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung (ed)

> Bei einer effektiven Kreuzlüftung durch Öffnen aller Fenster habe ich
> für einen kompletten Luftaustausch in den 5-10 Minuten so gut wie
> keinen nennenswerten Wärmeverlust.
>
> Bei diesen Lüftungen hast Du 24h einen Wärmeverlust.

Ok, lass mal nachrechnen.
Annahme: 300 m³ Luft mit 23° C werden augetauscht gegen Luft mit 0° C, ΔT = 23 K.
Die spezifische Wärmekapazität von Luft beträgt etwa 1 kJ/(kg·K).
Dichte von Luft: 1,2 kg/m³, 300 m³ haben folglich 360 kg.

Der Wärmeverlust wäre: Q = m · c · ΔT = 360 kg · 1 kJ/(kg·K) · 23 K = 8280 kJ = 8280000 Ws = 2300 Wh = 2,3 kWh

Bei einem Gas-Arbeitspreis von 4 Cent/kWh macht das unter Berücksichtigung von Verlusten etwa 12 Cent an Kosten für einen solchen Lüftungsvorgang.

Wenn das automatische Lüftungssystem die Hälfte der Energie retten kann, fallen hier nur 6 Cent an.

Außerdem ist man mit der Fensterlüftung 10 min beschäftig, die Zeit spart man mit der Automatik.
Weitere Vorteile der Automatik: keine offenstehenden Fenster (Insekten, Sicherheit) und man kann auch lüften, wenn man nicht zuhause ist. (Als wir nach 2 Tagen von einem Kurzurlaub zurückkamen, hatte ich einen Radonwert von 540 Bq/m³ im Wohnzimmer im EG. Sowas ließe sich vermeiden.)

Kreuzlüftung geht auch schlecht/nicht bei Windstille. Die Automatik ist wetterunabhängig.

#435318

Hausdoc

Green Cottage,
27.11.2019, 20:46:24

@ Pahoo

Dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung

> Danke für deine Einschätzung.
>
> > Die Anschaffungs und Wartungskosten übersteigen um ein Vielfaches die
> > Energieeinsparung
>
> Welche Wartung meinst du?
Filtertausch
>
> > Der Wirkungsgrad des Wärmetauschers ist so schlecht, daß kein
> Kondensat
> > anfällt.
>
> Der beworbene Wirkungsgrad ist sicher so realistisch wie die
> Diesel-Abgaswerte von VW im Prospekt.
> Aber selbst wenn nur 40-50% der Abluft-Wärme gespeichert und
> zurückgeführt werden kann, ist das doch (im Winter) immer noch viel
> effizienter als Fensterlüftung…?
Nein. Fenster ist 5 Minuten auf.
Diese Dinger kühlen 24 h lang den Wohnraum aus
> >
> > Diese Form der Wohnraumbelüftung erfüllt dabei bezüglich Luftmenge
> und
> > Hygiene nicht mal ansatzweise gültiges Regelwerk und Normen.
>
> Wo genau sind die Probleme?
Für Lüftungsgeräte ( allgemein) sind für Zuluft mindestens Filterklasse F7 ( alte, gängige Bezeignung) notwendig.
Das zugehörge Regelwerk ist die VDI 6022 - dazu kannst du massenhaft im Net nachlesen
>
> > Um ein normales Einfamilienhaus normgererecht "kontrolliert" zu
> belüften
> > ist eine Luftmenge von 1200 - 2000m³/h notwendig.
>
> Kann ich jetzt nicht glauben. Ein durchschnittliches EFH hat vielleicht ca.
> 1.200m³ umbauten Raum.
> Bei 1200 - 2000m³/h müsste die gesamte Luft 1-2 x pro Stunde getauscht
> werden.
> Macht kein Mensch.
Doch. Die normgerechte ( EN 12831) Luftwechselrate in Wohnräumen liegt bei 0.5 - 3,6

--
Gruß Hausdoc

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#435329

Pahoo

bei Ingelheim,
28.11.2019, 11:39:01

@ Hausdoc

Dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung

Danke, da habe ich was zu lesen.


> Doch. Die normgerechte ( EN 12831) Luftwechselrate in Wohnräumen liegt bei 0.5 - 3,6

Da fragt man sich, welchen Sinn da ein Blower-Door-Test noch macht ...  :kratz:

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