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#479386

Hausdoc

Green Cottage,
25.05.2026, 20:06:56
(editiert von Hausdoc, 25.05.2026, 20:15:14)

Wie läuft der Glasfaserausbau in eurer Gegend? (ed) (ot.haushalt)

Bei uns in der Gemeinde:
Rieeesen Infoveranstaltungen vom vermeindlichen Anbieter. Es wurden auch ausreichend Verträge unterschrieben, damit der Glasfaserausbau beginnen kann.
Dann hat sich dieser Anbieter 1,5 Jahre tot gestellt .
Dann Anfang des Jahres die Info, daß kein Ausbau geplant war. Fördergelder haben sie aber eingesteckt.
In den Nachbargemeinden findet/ fand der Ausbau via Telekom und Co eher chaorisch statt. Straßen werden ohne Vorankündigung oder Genehmigung aufgerissen und teilweise stümperhaft wieder geschlossen. Bei Kollateralschäden ( Beschädigungen von Kabeln anderer Anbieter oder Gasleitungsbeschädigungen) haben die ausführenden Subunternehmen anscheinend keinen Versicherungsschutz.

Unsere schlauen Volksvertreter mischen sich in allen Belangen unseres Lebens ein. Bei Ausbau einer wichtigen Infrastruktur ist denen alles egal und sie lassen Abläufe und Zustände zu die es nicht mal in Drittstaaten gibt.
Ein geordneter Ausbau ist anscheinend unerwünscht. Ich weiß jetzt schon wie das endet wenn in 20 Jahren erste Infrastrukturmängel auftreten.

BTW bekommen so gut wie alle Neubaugebiete im Umkreis von 40 KM keine herkömmlichen DSL Telefon/ Internetanschlüsse mehr, da die Telekom dort irgendwann Konkurenz befürchtet und aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr ausbaut.


Eigentlich hätte ich nun auf Starlink gewechselt. Nachteile: Keine Festnetznummer mehr und 400 - 450 KWh Stromverbrauch p.a weil offensichtlich sehr oft die Antennenheizung läuft.

--
Gruß Hausdoc

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#479388

fuchsi zur Homepage von fuchsi

Niederösterreich,
26.05.2026, 06:30:57

@ Hausdoc

Wie läuft der Glasfaserausbau in eurer Gegend?

> Eigentlich hätte ich nun auf Starlink gewechselt. Nachteile: Keine
> Festnetznummer mehr und 400 - 450 KWh Stromverbrauch p.a weil
> offensichtlich sehr oft die Antennenheizung läuft.

Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Antennenheizung, was es nicht alles gibt.

Ich habe mittlerweile seit 8 Jahren Glasfaser im Haus. Sehr stabil, und schnell.
An einen ungeplanten Ausfall kann ich mich nicht erinnern.

--
mein privates Hobby. www.ffzell.at

#479390

Johann

26.05.2026, 10:19:33
(editiert von Johann, 26.05.2026, 10:28:12)

@ fuchsi

Starlink Leistungsaufnahme (ed)

Hatte mich auch über Starlink informiert. Die 400-450 kWh p.a. sind über den Daumen bei der aktuellen Gen. 3 standard Antenne der generelle Jahresverbrauch. Die Mini-Antenne hat etwa 40% weniger aber so was ist bestenfalls für Camper ausreichend. Normalerweise würde man stationär die Gen. 3 standard Version nehmen, erst ab da geht's mit min. 200MBit+ los.
Bei tiefen Temperaturen steigt das aber u.U. deutlich an, wenn für Schnee-Abtauung die Sendeleistung in dem Zeitraum von etwa 50/60W auf bis zu 150W (bei der standard Antenne) steigt.
Eine konkrete Heizung mit Heizdrähten haben die Antennen nicht, die machen das über Erhöhung der Sendeleistung. Unter solchen Bedingungen steigt der Verbrauch natürlich auf über das Doppelte.
Auch schlechtes Wetter generell mit dicker Wolkendecke lässt den Verbrauch stark steigen.
Ist nicht von Pappe, was Starlink teilweise so an Leistung verbrät. Halt wie eine 60-150W Lampe, die ununterbrochen leuchtet. Den minimalsten Verbrauch, so 40-60W hat man meist nur bei strahlend blauem Himmel und optimalem Sichtfeld auf die Satelliten.  :-|

--
Lass die Leute reden, die Hühner können's nicht.
(Alpöhi, Heidi 1952)

#479389

df_doris

Frankreich,
26.05.2026, 08:18:30

@ Hausdoc

Wie läuft der Glasfaserausbau in eurer Gegend?

Wir haben seit 2016 Glasfaser - stabile und schnelle Verbindung. Mit in diesem Kabel kommt auch TV und, wer will, Festnetztelefonie. Installation flächendeckend durch die Kommunen.
Für die TV-Versorgung gibt es keine Alternative, aber wer nicht direkt Internetkunde bei seiner Kommune sein will, sucht sich einen der alternativen Anbieter - Orange, SFR ... - die das Glasfasernetz "mieten".

#479391

Johann

26.05.2026, 10:36:22
(editiert von Johann, 26.05.2026, 10:41:17)

@ Hausdoc

Wie läuft der Glasfaserausbau in eurer Gegend? (ed)

Jo, kenn ich. Wie bei meinem Vater. Vor etlichen Jahren, da war die Merkel noch Kanzlerin, erzählte er mir euphorisch, jetzt kommt Glasfaser! Er hatte auch schon am Haus ausgeguckt und markiert wo die rein sollten, Platz für das Modem und Router geplant usw.
Und, was hat er aktuell? Keine 50MBit DSL aus dem Telefonkabel-Flaschenhals.
Da ist auch irgendwie die ausführende Firma verschwunden, Pleite oder sonst was.  :uuuh:
So manches mal glaubt man nicht, dass man in einer wirtschaftlich starken Nation wohnt, sondern eher in der Wüste Gobi.
Bei einer meiner ehem. Kundin allerdings ging das vor Jahren super schnell in Mecklenburg-Vorpommern. Kabel mit der Rakete ruck-zuck durch den Wald geschossen und die hat seitdem High-Speed mitten im Grünen... tja.

--
Lass die Leute reden, die Hühner können's nicht.
(Alpöhi, Heidi 1952)

#479397

sansnom

26.05.2026, 11:11:34
(editiert von sansnom, 26.05.2026, 11:17:31)

@ Johann

Wie läuft der Glasfaserausbau in eurer Gegend? (ed)

> So manches mal glaubt man nicht, dass man in einer wirtschaftlich starken
> Nation wohnt, sondern eher in der Wüste Gobi.

Ich denke, wir machen uns alle was vor, von wegen "deutsche Ingenieurskunst" etc.
Natürlich, jahrzehntelang haben wir von der Autoindustrie profitiert.
Die Zeiten sind vorbei, zwar noch nicht ganz, aber das wird jetzt
immer schlimmer werden.
Da hilft das Alter................jung sein möchte ich nicht mehr.
Und wenn dann die Banausen rings um unsere patriotische Wahlschweizerin
was zu sagen kriegen, dann wird es richtig finster !

Ach so, noch was vergessen...................unsere "Wirtschaftsministerin",
die immer von "Technogie" spricht.
Ich kann diese Frau nicht ernst nehmen!
TECHNOGIE

#479400

Johann

26.05.2026, 12:37:02
(editiert von Johann, 26.05.2026, 12:45:46)

@ sansnom

Wie läuft der Glasfaserausbau in eurer Gegend? (ed)

> Natürlich, jahrzehntelang haben wir von der Autoindustrie profitiert.

Unter Anderem. Auch Chemie, Pharma, Maschinenbau, Elektronik. Aber der Fortschritt hat gelitten und Jahrzehnte gepennt, Ressourcen sind in's Ausland verlagert oder abgewandert (worden). Abhängigkeiten wurden massiv unterstützt. Privat wie staatlich (Russland, China) und China und Taiwan haben sich unglaublich stark entwickelt.
Märkte wurden nicht gefördert oder neu erschlossen (Afrika, Indien et ct.), Energiekosten und Löhne sind stark gestiegen, im Gegenzug durch Sparpolitik Jahrzehnte kaum Investitionen (Bildung, Infrastruktur, Gesundheit, Energie, Kommunikation usw.)... ganz zu Schweigen vom Verteidigungswesen. However, die Gründe sind vielschichtig. Heute ist der Standort DE für Unternehmen so attraktiv wie Fußpilz. Irgendwann geht auch Trägheit mal hoch wie ein Frosch auf der Herdplatte.

> Die Zeiten sind vorbei, zwar noch nicht ganz, aber das wird jetzt
> immer schlimmer werden.

Tja, die beschissene Zeit von heute ist die gute, alte Zeit von morgen  :-D

--
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(Alpöhi, Heidi 1952)

#479394

MudGuard zur Homepage von MudGuard

München,
26.05.2026, 10:56:07

@ Hausdoc

Wie läuft der Glasfaserausbau in eurer Gegend?

Bei uns in München sind ca. 650K Haushalte mit Glasfaser bis ins Haus versorgt, also etwa die Hälfte.
Je zentraler das Viertel, desto besser ist die Anbindung.
Siehe auch Glasfaser für München

Bei mir im Haus liegt die Glasfaser auch, ab dem Verteiler geht's dann über die Telephonleitung aus dem Jahre 1967 (oder war's 1968?). Diese Telephonleitung ist leider nicht im Rohr verlegt, sondern direkt im Putz.
Man kann also nicht einfach die Glasfaser durch das Rohr fädeln.
Glasfaser bis in die Wohnung wäre also erheblicher Aufwand (bei ca. 45 Eigentümern im Wohnhaus wird das nicht leicht ...).

Ich hab knapp 200 MBit Upload und ca. 580 MBit Download über diese Kombination Glasfaser/Telephonleitung.
Das ist für mich erst mal vollkommen ausreichend. Ich brauch keine 3 UHD-Fernseh-Bilder gleichzeitig als Single ...
Mir war auch das vorherige DSL (ca. 40 MBit/160MBit) ausreichend, selbst für Remote Desktop.
Ich bin vor einem Jahr trotzdem auf die Glasfaser gewechselt, weil die monatlichen Kosten geringer sind.

--
[image]
MudGuard
O-o-ostern

#479396

sansnom

26.05.2026, 11:05:04

@ Hausdoc

Wie läuft der Glasfaserausbau in eurer Gegend?

Gemeinde mit ca. 9000 Einwohnern, ganz grob im
Grossraum Frankfurt.
Angekündigt und schon haben die Trupps erst die Osthälfte
und dann die Westhälfte der Gemeinde verlegt.
Ich selbst wohne im MFH mit 3 mal 8 Wohnungen.
Der Anschluss liegt im Keller, ich könnte somit
Glasfaseranschluss bekommen, aber dann muss
das auch erstmal hoch zu mir ins DG.
Und wozu?
Ich habe DSL100 und bin damit vollkommen zufrieden!
Anderes Beispiel:
Schwester und Schwager in einem Dorf mit weniger als
500 Einwohnern.
Glasfaser liegt im Ort und auch der Anschluss im Haus
ist schon fertig.

#479398

zack

26.05.2026, 11:14:52

@ Hausdoc

Wie läuft der Glasfaserausbau in eurer Gegend?

> Unsere schlauen Volksvertreter mischen sich in allen Belangen unseres
> Lebens ein. Bei Ausbau einer wichtigen Infrastruktur ist denen alles
> egal und sie lassen Abläufe und Zustände zu die es nicht mal in
> Drittstaaten gibt.
> Ein geordneter Ausbau ist anscheinend unerwünscht.

Das trifft es in (m)einer 20.000er Gemeinde hier am westlichen Stadtrand HH recht exakt. Leitungsbau, Straßenbau und Wasserbau - man ahnt schon Böses, wenn eine Baustelle eingerichtet wird. Der Zustand ist nach der Maßnahme dann meist etwas schlechter.

In der genauso großen Nachbargemeinde gibt es eigene Stadtwerke für u.a. Energie und Kommunikation. Da läuft es. Punkt. Das ist ein Verwaltungsapparat, der aber funktioniert und das umsetzen kann, was die Politik sich erdenkt. Und unsinnige Ideen ausbremst.

Hier geschieht Letzteres nicht. Die Umsetzung unsinniger Ideen dauert länger und die Ausführung - die Qualität wird eben outgesourct. Billigste Ausschreibung.

--
Der Kapitalismus kennt keine Kosten - nur Umsätze.


Man kann hinkommen, wo immer man will - egal wie lange es dauert.

#479401

Adi G.

26.05.2026, 13:50:12
(editiert von Adi G., 26.05.2026, 13:51:29)

@ Hausdoc

Wie läuft der Glasfaserausbau in eurer Gegend? (ed)

> Bei uns in der Gemeinde:
> Rieeesen Infoveranstaltungen vom vermeindlichen Anbieter. Es wurden
> auch ausreichend Verträge unterschrieben, damit der Glasfaserausbau
> beginnen kann.
> Dann hat sich dieser Anbieter 1,5 Jahre tot gestellt .
> Dann Anfang des Jahres die Info, daß kein Ausbau geplant war.
> Fördergelder haben sie aber eingesteckt.
> In den Nachbargemeinden findet/ fand der Ausbau via Telekom und Co eher
> chaorisch statt. Straßen werden ohne Vorankündigung oder Genehmigung
> aufgerissen und teilweise stümperhaft wieder geschlossen. Bei
> Kollateralschäden ( Beschädigungen von Kabeln anderer Anbieter oder
> Gasleitungsbeschädigungen) haben die ausführenden Subunternehmen
> anscheinend keinen Versicherungsschutz.
Läuft auch hier sehr schleppend und (gefühlt?) sehr ungerecht, die Einen kriegens, die Anderen nicht. Jetzt bietet die Telekom eine Hybridlösung an, da weiß ich auch nicht, was ich davon halten soll. Es gibt auch einen privaten Anbieter Brandl Service, der will aber, dass 40% von unserem Vietel einen Vorvertrag unterschreiben, ohne dass man weiß, wieviele das zahlenmäßig sind und wer schon alles unterschrieben hat.
>
> Unsere schlauen Volksvertreter mischen sich in allen Belangen unseres
> Lebens ein. Bei Ausbau einer wichtigen Infrastruktur ist denen alles
> egal und sie lassen Abläufe und Zustände zu die es nicht mal in
> Drittstaaten gibt.
> Ein geordneter Ausbau ist anscheinend unerwünscht. Ich weiß jetzt
> schon wie das endet wenn in 20 Jahren erste Infrastrukturmängel
> auftreten.
>  :-|
> BTW bekommen so gut wie alle Neubaugebiete im Umkreis von 40 KM keine
> herkömmlichen DSL Telefon/ Internetanschlüsse mehr, da die Telekom dort
> irgendwann Konkurenz befürchtet und aus wirtschaftlichen Gründen nicht
> mehr ausbaut.
>  :-(
> Eigentlich hätte ich nun auf Starlink gewechselt. Nachteile: Keine
> Festnetznummer mehr und 400 - 450 KWh Stromverbrauch p.a weil
> offensichtlich sehr oft die Antennenheizung läuft.
Hmm...


LG

Adi

--
SPD ist das Gewürz,das das rotschwarze Gericht schmackhaft macht

CADDY der bessere VW-Bus!

"Gerade das Unvollkommene bedarf unserer besonderen Liebe" frei uminterpretiert nach Oscar Wilde

Ich war dabei, bei 3 historischen Netz-Treff Treffen, die
insgesamt vom Freitag, den 25.6.2010 bis Sonntag, den 27.6.2010
in Bad Emstal und vom Freitag, den 17.06.2011 bis zum Sonntag den 19.06.2011 in Altdorf b. Nürnberg und vom Freitag, den 15.06.2012 bis zum Sonntag, den 17.06.2012 in Eisenach, dauerten.

Reparieren, Elektroschrott vermeiden! www.repaircafe-altdorf.de



ACHTUNG! Wer zu weit nach Rechts abkommt, landet im Straßengraben!

Auch der Kluge macht Fehler, nur der Dumme lernt daraus nicht.

Deine Apotheke um die Ecke: gut beraten und gut behütet!

#479405

baeuchlein

26.05.2026, 19:03:00
(editiert von baeuchlein, 26.05.2026, 19:16:24)

@ Hausdoc

Es läuft... eigenartig. Und auch drumherum läuft's nicht rund. (ed)

Bei uns läuft das mit der Glasfasel eigenartig.

Zunächst mal meldete sich hier (ein eher ländlich geprägter Raum im westlichen Nordrhein-Vandalien) etwa im Mai 2023 ein lokaler Anbieter schriftlich. "Hallo, wir (Firma XYZ) machen zusammen mit Ihrer Kommune jetzt Glasfaserausbau. Angebot: blah blah..."

Da bei uns im Hause schon so mancher Gast geknatscht hatte, wie lahm unser Internet wäre (ich aber immer ausreichende Geschwindigkeit hatte), und ich mich eh fragte, wozu wir Glasfaser denn so unbedingt brauchen sollten, hab' ich dann mal in einigen Nächten geschaut, wo bei uns im Netzwerk eigentlich wieviel über die 100-mbit-Leitungen (o.k., eigentlich "für 100 mbit verlegte Kabel und Router/Switches, die meistens auch nur 100 mbit können" - läuft aber erst mal auf's Gleiche hinaus) geht.

Die meisten "Internet lahm!"-Knatscher waren jeweils im Wohnzimmer (EG) gewesen und zumeist mit ihrem Handy, Tablet oder Notbuch (Notebook :-P ) unterwegs. Einen eigenen Fetzwerkanschluss gab's im EG nicht, also musste man entweder per WLAN einen Stock (also ins 1. OG) höher gehen, um das LAN zu erreichen und dann mit 100 mbit/s weiter zum Internet-Router im obersten Stockwerk zu kommen. Oder aber man ging per WLAN an einen als WLAN-Zugang genutzten Router im EG, und von dort aus ging's per Powerline weiter nach oben zum Internet-Router. Beide Möglichkeiten erwiesen sich als grottenschlecht; das WLAN durch die Decke kam kaum gegen die sogenannte Bewehrung in der Decke an, und die Powerline war zwar ursprünglich mal prima, inzwischen aber heftigst gestört. Den Grund fand ich nicht heraus, er lag vermutlich außerhalb des Hauses.

Es war also nicht das Internet lahm, sondern die Anbindung in jenem Zimmer. Hat außer mir nur mal wieder keiner bedacht. Nun, dieses Manko hab' ich dann bei einer Reparatur zweier gefreckter TV-Anschlüsse durch die gleichzeitige Verlegung eines Netzwerkkabels vom EG aus nach oben ausgeFriedricht. :grins: Und plötzlich konnte ich da unten ohne Probleme zumindest TV in HD-Ready-Qualitöt haben auf'm Notbuch - und das mit einer 16-mbit-DSL-Anbindung. Die übrigens theoretisch auch drei Full-HD-Streams zugleich aushält, in der Praxis habe ich auch 4-5 solcher Streams über die Leitung geprügelt. Beim fünften bin ich nicht sicher - der streamende Fernseher stürzte während der Wiedergabe ab. Danke schön, Sonni! (Sony) Deren Software ("Apps") ist mir schon mehrfach dumm aufgefallen, und diverse Updates in sechs Jahren haben NIX geändert. :angry:

Auch das mit den Full-HD-Streams liess sich nicht immer wiederholen. Oft genug lief nicht mal einer vernünftig (5 Sek. Bild & Ton, dann 20-30 Sek. Standbild und Ton, dann wieder von vorn), und das auch nicht, wenn ich die aus der ARD-Mediathek heruntergeladen hab' und direkt von der Festplatte abgespielt hab' (die mindestens auf ein Äquivalent von 300 mbit/s A.K.A. UDMA-33 gekommen sein müsste). HD-Ready ging dagegen auch über eine extra erzwungene 10-mbit-Verbindung prima - ich vermute hier ein Codec-Problem an den Rechnern, mit denen ich die Dinge abspielte.

Ergebnis also erst mal: Nötig haben wir Glasfasel schon mal nicht. Ich war seinerzeit quasi der Einzige im Haus, der überhaupt derartige Datenströme über's Kabel prügelte - mal abgesehen vielleicht von den "lahmes-Internet-Knatschern".

Aber gut, manche sagten, Glasfasel wär' die Zukunft und so. Gut, in den 80ern und 90ern ging's noch per Modem, und es kam auch schon das doppelt so "schnelle" ISDN (oder 4x bei Kanalbündelung) angetrabt. Das war Ende der 90er "die Zukunft". 2002 war das dann alles Schrott, und 6 mbit/s per DSL war "die Zukunft". Jedenfalls bis 2013, dann kam die Telefonumstellung auf VoIP, und die resultierenden 16 mbit/s waren so ein Bißchen "die Zukunft", wenn man nicht noch mehr wollte und dafür auch mehr auszugeben bereit war. Alles mit DSL.

2023 dann war selbst 50 oder 100 mbit/s DSL nicht mehr "die Zukunft", sondern Glasfasel. Hat angeblich der kürzlich verstorbene Christian Schwarz-Schilling auch früher schon einführen wollen, aber nicht durchgekriegt. (War das eigentlich von dem OPAL-Glasfaser-Reinfall 1990-1997 oder danach?)

Warum soll ich glauben, dass nicht 10 Jahre später das nächste Karnickel aus dem Hut gezogen wird, weil das dann "die Zukunft" ist? :kratz:


Das (ursprüngliche) Angebot des ausbauenden Unternehmens habe ich mir mal durchgerechnet. Werbung: "Normalerweise kost' so'n Glasfaselanschluss 1536 Euro, aber von uns kriegen Sie den umsonst..." Die Rechnung sah etwas anders aus. Der Mindesttarif, den man über die Glasfaser für 2 Jahre hätte nehmen müssen, hätte dem Unternehmen etwa 1000 Euronen in die Kasse gespült, uns aber nur 500 gekostet - wir hätten dem bisherigen DSL-Anbieter ja kündigen können. Gut, für die 1000 Euro hätte der Ausbauer ja auch was geboten, nämlich 250 mbit/s... allerdings ist das LAN im Hause noch auf 100 mbit/s, und die meisten Datenströme wären über einen einzigen Anschluss am Internet-Router gegangen. Da wäre von den 250 mbit/s also erst mal weniger als die Hälfte auch wirklich nutzbar gewesen, wenn man nicht das LAN halb umgebaut und mit vielen neuen Switches/Routern ausgestattet hätte. Kosten auch nicht gerade nur 'n Euro fuffzich.

Doch der größte Problembär innerhalb des Hauses wäre das DSL-Kabel gewesen. Das kommt unten im Keller durch die Hauswand 'rein, dann aber geht es drei Stockwerke höher und quer durch's ganze Haus bis zum Router. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt nur, dass 15-16 mbit/s problemlos durch dieses Kabel gingen - mehr konnten wir ja eh nicht aus der DSL-Leitung nuckeln. Später zeigte sich dann übrigens, dass auch 50-60 mbit/s über dieses Kabel gingen - aber 100? Oder gar 250? Bei einer solchen Länge (mindestens 14 m) und einem Kabel, das 1984 mal für Analog-Telefonie und vielleicht noch mit ISDN "im Hinterkopf" verlegt wurde?

Ungefähr zu diesem Zeitpunkt stand meine Entscheidung gegen Glasfaser schon so gut wie fest. Zumal der Weg der Faser von der Straße ins Haus durch zahlreiche Fundamente im Vorgarten und die nicht knickbare Glasfaser (sonst kannste die Datenübertragung dadurch nämlich knicken! :devil: ) ein furchtbarer Hindernislauf gewesen wäre. Eines der Fundamente stammt übrigens von einer Mauer mit Bunker-Qualitäten - zwei Bauarbeitertrupps haben mal drei Tage lang über 'ne extra im Keller dafür eingebaute 380-V-Drehstrom-Steckdose mit'm Presslufthammer an der Mauer geknabbert und dabei nur ca. 1,5 m weggekriegt. Danach hatte niemand von uns und keiner der Bauarbeiter mehr Bock, noch irgendwas am Rest der Mauer zu tun. Würde mich nicht wundern, wenn die Fundamente dieser Mauer noch im Boden lauern würden, ca. 10-20 cm unter der Erdoberfläche.

Also: Antrag auf Glasfaser abgelehnt. Zumal mein an Alzheimer erkrankter Vater die Bauarbeiten in und ausserhalb des Hauses wohl kaum gut überstanden hätte. Er brauchte damals schon viel Ruhe, und inzwischen ist es nicht besser geworden.


Etwa ein Jahr später fing der Ausbau dann am gegenüberliegenden Eckchen des Dorfes an. Nach einigen Monaten war der Ausbau um etwa 2-3 km in Richtung Dorfinneres 'rangekommen - und dann passierte gar nichts Sichtbares mehr.

Drei Jahre (seit 2023) später... Am Donnerstag vor Ostern dackelte nochmal ein Vertreter der Anbieterfirma durch unsere Straße. Sie würden nun mit dem Glasfaserausbau in der Straße loslegen. Letzte Chance, doch noch "mitzumachen". Es war 14 bis 16 Uhr, und man hätte sich noch in dieser Woche entscheiden müssen. Dank Karfreitag und Co. hätte ich also noch bis 18 Uhr (also 2-4 Stunden lang) überlegen können. Nee, is' klar, wenn ich vorher drei Jahre nix gemacht hab', entscheid' ich mich jetzt mal schnell um... Bei der Beschreibung der Fundamentsituation im Vorgarten konnte ich am Minenspiel des Vertreters beobachten, wie er seine Felle davonschwimmen sah, und es nach der Fundament-alen Beschreibung auch aufgab. Zwischenzeitlich war mir auch noch aufgefallen, dass das von ihm auf einem Zettel beschriebene jetztige Angebot anders aussah als das von 2023. Da hätt' ich also eh erst mal neu rechnen müssen.

Doch wir hatten eh seit Anfang 2025 schon 50 mbit per DSL, weil es für eine Spezialanwendung (Homeoffice) tatsächlich sein musste. Sonst hätten wir's immer noch auf 16 mbit/s laufen lassen. Bei 'ner Flachratte (Flatrate :devil: ) auch nicht so das Problem. Zumal wir von den vielen Vorteilen von Glasfaser höchstens mit der höheren Downloadgeschwindigkeit nennenswert was hätten anfangen können - brauchte nur niemand...


Tatsächlich wurde in den kommenden 1-2 Wochen sowohl in einer langen Straße, die bis in unsere Nähe ging, sowie in unserer eigenen Straße viel gemacht, um offenbar Glasfaser-Anschlüsse unter den Gehsteig zu kriegen. Die Jungs waren also tatsächlich pünktlich, was das angeht.

Dennoch: Wir brauchen es immer noch nicht. Und die ganzen Erzählungen, das Haus würde an Wert gewinnen mit Faser, und an Wert verlieren ohne Faser (warum beide Veränderungen und nicht nur eine, frag' ich mich da...), wurden genauso wie die Kosten eines jetzt noch nachträglich nachrüstbaren Glasfaseranschlusses entweder ganz ohne Zahlen genannt - oder es wurde mal von "einigen Hundert Euro", ein andermal von "einigen 10.000 Euro" gesabbelt.

Und da es eh unwahrscheinlich ist, dass wir noch mehr als 5-10 Jahre hier wohnen, kann uns das Ganze auch ziemlich egal sein.


Wenn "der Staat" den Ausbau "will", sollte er es selbst machen (und damit auch Kontrolle über diese womöglich bald kritische Infrastruktur behalten) und das Ganze über Steuern abrechnen. Dieses ganze Gemurkse mit Privatfirmen plus Kommunen sowie dem Bürger, der das dann gefälligst auch wollen soll, das ist Käse. Da gab es schon in der Science-Fiction-Erzählung "Revolte auf Luna" ("The Moon is a Harsh Mistress") ein sehr schönes Zitat zu: "Es gibt keine schlimmere Tyrannei als jemanden zu zwingen für etwas zu zahlen, das er nicht will, nur weil ihr glaubt, das es gut für ihn wäre." Und dann noch zu erwarten, dass die Leute das freiwillig zahlen... :kratz:

Nein, ich bin nicht gegen Glasfaser. Mir fehlt nur inzwischen der Glaube dran, dass das dann das Nonplusultra ist und dass es alle brauchen. Oder wollen.

#479414

me3

26.05.2026, 21:01:39

@ Hausdoc

Wie läuft der Glasfaserausbau in eurer Gegend?

Wann ich Glasfaser bekomme, ist mir eigentlich egal. Vor 6 Jahren habe ich ein sehr gutes Angebot für DSL250 bekommen. Kostet mich monatlich soviel wie ein Telekom DSL50 Vertrag. Und ab nächsten Monat sind es nochmal 2€ weniger. Die Leitung läuft bis auf eine Störung vor 4 Jahren ziemlich stabil. Im Zusammenhang mit dem Ausfall habe ich das Kabel vom APL in meine Wohnung ausgewechselt. Seitdem habe ich rund 230Mbit.
Unsere nächstliegende größere Stadt (Tor zur sächsischen Schweiz) wird seit ungefähr 2 Jahren ausgebaut. Mit ständig wechselnden Baustellen. Damals mussten wir auch in unserer Gemeinde den Ausbauvertrag mit der Telekom unterschreiben. Ist ein Neubaugebiet, also Rosine für die Telekom. Seitdem habe ich von Ausbau weder was gesehen noch gehört. Allerdings kam der VDSL- Ausbau auch sehr schnell. Das dauerte damals nur ein paar Monate. Mittlerweile wird gemunkelt, das unsere Gemeinde von der SachsenEnergie ausgebaut wird. Es lohnt sich wohl für die großen Anbieter nicht. Da laufen gerade die europaweiten Ausschreibungen.
Abgesehen davon ist es hier im Haus garnicht so einfach, die Faser ins Obergeschoss zu legen. In den Neunzigern wurden die Telefonkabel ohne Leerrohr verlegt. Bedeutet das wir dann im Treppenhaus häßliche Kanäle rein bekommen. Ist sicher nicht nur bei uns so.
Alles in allem ist mir egal, wann ich hier Glasfaser bekomme. Positiv geschätzt wird das vielleicht in 3 Jahren. Viel schneller werde ich höchstwahrscheinlich auch mit dem neuen Anschluß nicht nehmen. Wenn es kommt, wird es auf den Platz vom neuen DSL Kabel gelegt. Das ist nur ein geringer Aufwand.

me3

#479482

Fabian86 zur Homepage von Fabian86

Hannover,
31.05.2026, 04:49:29

@ Hausdoc

Wie läuft der Glasfaserausbau in eurer Gegend?

Guten Morgen Hausdoc.

Ja hier wollte HTP (Hannover DSL/Tel Anbieter) auch Zwangsweise umstellen, aber ich hab verneint.
Hintergrund war, was ich bisher nicht wusste, neuer Router und noch ein weiteres Gerät für die Signalumwandlung (die damals bei der Telekom der Splitter, den man heute nicht mehr braucht).

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Für mich hieß es damals, noch eine Dose an die Wand und zwei neue Router (eines im Homeoffice Büro) und kosten.
Daher hab ich dankend Nein gesagt. Meine 250MB Leitung reicht mir hier über die Kupferadern.

--
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Mitglied nach Spotlight.de seit 14.03.2008 und Netz-Treff.de seit 08.01.2019.

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