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#445244 Ausgangssperre? (nt.netz-treff)

verfaßt von zack, 18.04.2021, 11:10:23
(editiert von zack, 18.04.2021, 11:10:45)

> Jetzt verfolge ich mit Interesse die hitzigen Debatten zu diesem Thema in
> Deutschland, z.T. durchaus fundiert, z.T. vollkommen daneben - wobei für
> Außenstehende doch erstaunlich ist, wie endlos viel Zeit Deutschland auch
> in kritischer Situation für politische Debatten hat.

Für Debatten werden die Politiker doch bezahlt - schön, wenn sie mal hingehen und sich zu Wort melden. Anders als etwa im EU-Parlament ....

Im Rahmen der Meinungsfreiheit kann man das auch nicht verbieten, wenn es (einer Seite) sinnlos erscheint.

Ich las vor Tagen zufällig Ergebnisse und Meinungen aus Frankreich.

Daraus eine Meinung dazu: "Die Menschen machen dasselbe – innerhalb kürzerer Zeit".

Oder etwas ausführlicher: Dimeglio kommt in ihrer Studie zu dem Schluss, die Ausgangssperre sei kontraproduktiv. "Wahrscheinlich hat sie in Toulouse nicht funktioniert, weil die Menschen innerhalb kürzerer Zeit dasselbe machen – also etwa alle früher einkaufen. Das führt zu Menschenansammlungen."

Ich halte das für nicht vollständig richtig. Arbeiten gehen, Einkaufen gehen, Freunde und Familie sehen - ja. Alternativen dazu gibt es nicht wirklich, ist ja alles zu.

Aber zusätzlich entfällt womöglich abendliches Spazierengehen oder Jogging. Was man vor der Arbeit dann morgens auch nicht mehr schafft. Und was gesund wäre insgesamt, sicher auch bei einer Infektion mit Corona wichtig wäre. Stärkeres Immunssystem - leichterer Verlauf womöglich. Oder man übersteht es schlicht besser - immerhin.

Man stirbt aber nun nicht nur an Corona. Auch an Autoimmunkrankheiten oder Herz-Kreislauf. Mit mehr Stress und abends zuhause sitzen müssen ohne echte Bewegung und frische Luft würde man hier die Zahlen verbessern können, also die Übersterblichkeit zumindest langfristig stabilisieren können.

Hinzu kommt noch die denkbare Zwangsübernachtung. Man schafft es gerade so vor der Sperre zu Freunden oder Familie - wozu hat man ein Gästezimmer? Bei Kindern war das schon immer beliebt, bei Freunden zu übernachten. Unter Kumpels kann man das auch machen. Kinder eine Nacht bei den Großeltern wäre vielleicht eine schlecht Idee - aber machbar.

Das Infektionsrisiko an der frischen Luft wird also eher stabil bleiben und das in Innenräumen leicht erhöht, insbesondere auch, weil es im ÖPNV und Einzelhandel (so denn auf) verdichtet wird zeitlich.

Die Naturwissenschaft weiß nun, dass Aerosole an der frischen Luft nur ausnahmsweise gefährlich sind und in Innenräumen bei längerem Kontakt ein relativ sicheres Infektionsrisiko besteht. Die Sozialwissenschaft weiß davon nichts, dass Menschen sich nicht sehen wollen, wenn man es ihnen schwerer macht - oder dem verliebtem Paar einfacher.

In der Summe denke ich persönlich, dass eine Ausgangssperre den Zusammenbruch der Pandemie verzögern könnte (ökonomische Katastrophe), die Übersterblichkeit stabilisieren könnte und die Volksgesundheit insgesamt auf ein wirtschaftliches Maß reduzieren könnte.

Nicht falsch verstehen: Schule, Theater oder Restaurant kann und sollte man ggf. dichtmachen. Aber die frische Luft und Bewegung schadet nicht. Im Gegensatz zu Kontakten Arbeit oder häuslicher Infektion, die von einer Ausgangssperre aus meiner Sicht nicht beeinflusst werden. Wie soll das gehen?

Denn, bezüglich der riskanten Aktivitäten: "Die Menschen machen dasselbe – innerhalb kürzerer Zeit".

Um das zu verstehen, muss man nicht studiert haben. Oder einen Schulabschluss haben. Hund und Katze wird man das nicht klar machen können. Aber ein Primat mit Sprache und kognitivem Denkvermögen sollte das gerade so eben begreifen können.

Hier in einem Schwimmbad hatte man es 2020 richtig gemacht: Kontaktverfolgung, Besucherbegrenzung, Einbahnstraße und andere Abstandsmaßnahmen. Mittagspause eingeführt, damit die Aerosole einmal absinken können und entweder im Chlorwasser binnen 30s inaktiviert werden (leben tun Viren biologisch nicht) oder anderweitig desinifziert werden.

Im anderen Schwimmbad hatte man2020 nur den kleinen Freibereich aufgemacht. Tickets nur online buchbar mit Zeitfenster. Wo alle gleichzeitig rein und raus mussten. Ich war da nicht, hätte aber auf das Duschen verzichtet. Das Gedränge kann nur schaden, eine Bekannte hatte das woanders getestet und fand das Risiko unangenehm.

Zurück zur Ausgangssperre. Die klassische Frage: Cui bono? Tja, wem könnte das wohl nützen - ich täusche keine Ahnung vor.

Sollte es um Zahlen gehen? Bei der Pflicht zu Einwegmasken ist das ja aufgeflogen.

Jede waschbare Alltagsmaske mit Nasenbügel sollte dichter sein als eine OP-Maske. Ich habe jetzt ganz angenehme mit guten Durchlass, die nicht müffeln. Und auch nicht sofort feucht werden, wie es die waschbaren Pseudo-FFP2-Masken taten.

Vernunft kann man auch ohne Beschränkungen leben. Ansonsten sind monatlich 30 Haushalte mit Übernachtung besuchbar. Immerhin.

Ich sehe meine Freunde nur selten und nur an der frischen Luft. Gegen die ich mich auf weitläufigen Parkplätzen (wie andere auch) nicht schütze. Ich brauche frische Luft, wenn ich durch die Raucher am Eingang durch bin.

Bleibt gesund - lasst Euch nicht vom Schwachsinn anstecken!  :-)

--
Der Kapitalismus kennt keine Kosten - nur Umsätze.


Man kann hinkommen, wo immer man will - egal wie lange es dauert.

 

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