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#441349 Seamonkeys der Publizistik (verkehr.kfz)

verfaßt von Johann, 12.10.2020, 07:35:20
(editiert von Johann, 12.10.2020, 07:46:58)

> Dieses
> Auto wird mit Wasser betankt

Die Behauptung der Schlagzeile ist irreführend. Der im Artikel angesprochenen Energiespeicher basiert auf Aluminum-Luft Batterien. "Kraftstoff" ist nicht das Wasser sondern Aluminium. Gleichwohl spielt Wasser bei der "Idee" der Firma Phinergy eine zentrale Rolle.
Vorteil: Hohe Energiedichte, sehr schnell Leistung zur Verfügung stellend.
Nachteil: Aluminium-Luft Batterien werden bei der Entladung irreversibel verbraucht und müssen entsorgt werden. Derlei Technologie findet u.a. bei Waffenantrieben (Torpedos) Verwendung.
Ausserdem muss man Aluminium erst einmal mit sehr hohem Energieaufwand herstellen. Dem höchsten, welches die Industrie bei der Rohstoffherstellung verbraucht, da geht einem der Hut hoch was bei der Alu Produktion für Ströme fließen.  :fahne:

>
> Und jenes?
>
> Auto
> fährt mit Salzwasser-Antrieb: Das steckt dahinter

Auch diese Headline ist reisserisch formuliert um Leser zu locken. Das dahinter stehende "Gerät" wurde 2014 lediglich per Nachricht vorgestellt. Gesehen hat das bis heute niemand.
Auch ist Liechtenstein, Sitz der entwickelnden Firma, nicht gerade der Top Standort für Industrie und Forschung. Eher geht‘s in deren Wirtschaft mehr um Investment und sonstige Geldgeschäfte. Ich vermute, dass eher da der Wind her wehte.
Die dahinter stehende sog. Redox-Flow Technologie ist in mancher Hinsicht vielversprechend und Gegenstand intensiver Forschung sowie Erprobung, allerdings im stationären Bereich. Die Energiedichte aktueller Vanadium-Elektrolyt-Batterien beträgt ein Vierhundertstel derer von Heizöl, Natriumchlorid als Elektrolyt hat einen noch geringeren Wert.
Aufgrund der allerdings hervorragenden Skalierbarkeit sowie sehr geringer Selbstentladung sind diese Speicher mit guter Wahrscheinlichkeit eine kommende Speichermöglichkeit für die stationären Stromnetze und werden u.a. von Fraunhofer entwickelt und betrieben.

Für Mobilität taugen diese Konzepte primär nicht, aber hey... denkbar ist alles. Auch das was es in der uns bekannten Physik nie geben wird. Zeitreisen, unsterbliche Einhörner oder Bürokratieabbau in Deutschland.

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Alles ist einfach, leider ist das Einfache schwierig. (Clausewitz)

 

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