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#437605 Corona ade? (ot.haushalt)

verfaßt von RoyMurphy, Tübingen, 22.03.2020, 13:21:12

> Vor ca. 2 Wochen war ich bei einem Brandeinsatz. Ein kleiner relativ
> harmloser Küchenbrand.
> Gestern habe ich erfahren, dass die 70 jährige Bewohnerin am Coronavirus
> verstorben ist.
> Tja, da fängt man doch zum Nachdenken an.

Man "hinterdenkt" sich fast, wenn man von solchen Verkettungen von Schicksalsschlägen erfährt. Angst und Sorge fördern andererseits die Wahrnehmung und die Wertschätzung fremder Menschen, vor allem auch derjenigen, die sich in Gefahr begeben, um uns zu helfen. Das sind nicht nur die medizinischen und sozialen Hilfsdienste, das sind die Dienstleister und Versorger allgemein, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trotz Ausgangssperre weiterhin täglich und häufig bis zur Erschöpfung ihre Pflicht erfüllen - und das zuweilen gegen ein Verhau aus Egoismus und Raffgier.

Es hat sich sogar eine neue Anerkennungskultur entwickelt: spontane Balkon-Konzerte
und Beifallskundgebungen für Hilfs- und Rettungs, Beförderungs- und Versorgungsdienste.

Leider führte das Fehlverhalten Schau- und Hörlustiger gleich wieder zum Shitstorm in den sozialen Medien: Menschenansammlungen mit zu geringem Sicherheitsabstand seien unverantwortlicherweise provoziert worden.
Bei derart Missgünstigen kann man wohl von einem Ohr zum anderen durchschauen, weil das Gehirn geschrumpft ist oder sich vor blanker Todesangst in den hintersten Winkel des Schädels zurückgezogen hat.

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 :-) Grüße aus Tübingen

Reinhard


„Wir kommen aus dem Nichts,
wir werden zu Nichts,
also was haben wir zu verlieren?
Nichts!“

Monty Python

 

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