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#434579 E-Autos - Aluminium-Luft-Batterie - ist das die Lösung? (verkehr.kfz)

verfaßt von Karsten Meyer zur Homepage von Karsten Meyer, Konstanz am Bodensee, 30.10.2019, 10:44:27

> Dennoch halte ich eine 100%ige Abdeckung mit E-Autos in Deutschland für
> nicht praktikabel.
> 1. Der Strom muss ausschließlich aus erneuerbarer Energie erzeugt werden.
> Alles andere macht keinen Sinn. Zur Erinnerung: Bayern weigert sich bereits
> heute, Stromtrassen aus dem windreichen Norden zuzulassen.
> 2. Nahezu alle Fahrzeuge müssten über Nacht geladen werden. Die
> Infrastruktur lässt das nicht ansatzweise zu. Das Stromnetz würde
> zusammenbrechen.
> 3. In den Städten wären E-Autos besonders sinnvoll, aber
> Lademöglichkeiten sind nicht vorhanden und werden nie vorhanden sein.
> 4. E-Tankstellen sind bestenfalls eine Notlösung, denn der Ladevorgang
> benötigt seine Zeit.

Ich teile deine Bedenken, zum Teil jedenfalls. Ich selbst wohne ja in einer alten Stadt und das Auto, das ich noch habe, das aber 99% der Zeit nur herumsteht, steht immer mindestens 300 m weg auf irgendeinem öffentlichen Parkplatz. Aber: Wenn man nicht viel fährt, braucht man auch nicht viel laden.

Zum Stromverbrauch:
Stromverbrauch von E-Autos: Haben wir genug Strom für alle?

> E-Autos sind sicherlich eine sinnvolle Zwischenlösung, aber
> flächendeckend für alle nicht machbar.

Nö. E-Autos sind auch langfristig eine gute Lösung, sie können nämlich in ihrer Gesamtheit auch prima als dezentralse Zwischenspeicher dienen.

> Für mich, der ein EFH auf dem Land hat, ist ein E-Auto sicher eine
> Alternative (die ich auch gerade übelege), wenn ich Solarpaneele
> installiere. Für Ballungsräume halte ich eine 100%ige E-Auto-Abdeckung
> für nicht realisierbar.
> Unabhängig davon halte ich die Bedingungen, die bei der Förderung der
> Akkurohstoffe herrschen, derzeit für zutiefst unmenschlich.

Warum es meistens unerträgliche Heuchelei ist, wenn Besitzern von E-Autos das Kobalt in den Akkus vorgerechnet wird

Und zum "Verbrauch" von Lithium hab ich noch eine interessante Berechnung:

Wenn man jedes unserer rund 40 Millionen Pkw als Batterieauto bauen würde, bräuchte man etwa 300 000 Tonnen Lithium. Einmalig, wenn man die Akkus vollständig recycled. Einmal alle 10 Jahre, wenn man gar nicht recycled.

300 000 Tonnen Erdölprodukte verbrennen die 40 Millionen PKW heute alle 3 Tage.

(Jochen Marwede)

Seine Berechnungsgrundlage:
150 Gramm Lithium pro kWh mal 50 kWh pro Auto mal 40 Millionen Autos = 300.000 Tonnen. Jetzt wird der Lithiumbedarf pro kWh noch etwas abnehmen, dafür haben wir etwas mehr als 40 Millionen Autos. Also eine gute Näherung.

40 Millionen Autos mal 15.000 km/a/Auto mal 6 Liter / 100 km durch 365 Tage pro Jahr = 100.000 m3 pro Tag. In Tonnen etwas weniger, dafür etwas mehr als 40 mln PKW.


Schönen Gruß
Karsten

--
Ich sehr aktiv bei facebook, wo ich vor allem Fotos zeige und mich in Gruppen über alles mögliche, insbesondere meine Heimatstadt Konstanz austausche.

 

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