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#421292 "100 Tage Anarchie": Doch nicht so schlecht? (ot.politik)

verfaßt von baeuchlein, 06.02.2018, 16:19:01

Nachdem nun in den Medien wie auch in den jüngsten Politik-Threads immer wieder beklagt wird, dass die Bildung einer neuen "großen" Koalition angeblich viel zu langsam geht und gefühlt wieder mal der Untergang Deutschlands und Europas, wenn nicht der ganzen Welt, droht, möchte ich das mal von einer anderen Seite beleuchten. Demnächst machen Adi und ich dann womöglich noch ein Politik-Blog aus "Netz-Treff". :-P Ich bin dabei der, der seine Beiträge in Abschnitte, Kapitel und Band I-XVI unterteilt. :devil:

Ein paar ganz interessante Überlegungen hat hier jemand auf den Seiten des Deutschlandfunks hinterlassen. Auch wenn der erste Teil nicht 100%ig ernst zu nehmen ist, wie der Autor selber andeutet, zeigt er (wie viele andere) doch, dass es so ungeheuer schlimm gar nicht ist, dass wir nun schon seit 100 Tagen "keine" Regierung mehr haben. Oder vielmehr nur noch eine "geschäftsführende Regierung", wie andere es oft formulieren. Sinngemäß steht da: Auch wenn wir seit September/Oktober keine neue Regierung haben, kommt bei Weitem nicht alles zum Erliegen, wie einige Zeitgenossen uns weismachen wollen. Da ist die Hektik, die einige Medien verbreiten, nicht so angebracht wie man vielleicht meint.

Ich habe außerdem den Eindruck, dass man es den jetzt Verhandelnden viel stärker ankreidet, dass da nix zu Potte kommt, als es seinerzeit bei den schließlich abgebrochenen "Jamaika-Verhandlungen" der Fall war. Und dass es gerade die SPD jetzt schwer hat, ihre Mitglieder vom Gang in eine weitere "GroKo" zu überzeugen, ist sie einerseits selbst mit schuld, andererseits ist es selbst ohne die (von mir ja deutlich kritisierten) mehrfachen 180°-Wendemanöver der SPD-Führung nicht gerade einfach, das für die SPD schlecht verlaufende Modell "GroKo" jetzt erneut als erstrebenswert anzupreisen. Kein Wunder, dass das dann nicht rucki-zucki über die Bühne geht.

Von daher will ich zwar so langsam auch mal ein Ergebnis dieser Sondierungen sehen, aber auf einige Tage oder gar 1-2 Wochen kommt es mir dabei nicht an. Lieber etwas länger verhandeln, dann aber ein vernünftiges Ergebnis am Schluss haben - egal, ob das dann ein Koalitionsvertrag ist oder eine Absage an die "GroKo". Und im Übrigen sind eben die jetzt Verhandelnden nur zum Teil für die während der Jamaika-Sondierungen verstrichene Zeit verantwortlich.

Sie hörten das Wort zum Sonntag von Seiner Gewichtigkeit baeuchlein I., aus aktuellem Anlass diesmal am Dienstag hinausposaunt. :grins:

 

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