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#443592

RoyMurphy

Tübingen,
11.01.2021, 17:39:01

D. T. auf dem Weg zur Hölle? (ot.politik)

Mir fehlen allmählich die Worte. Wieviel Demokratie muss noch zerschlagen werden, bevor die Anarchie die USA überflutet?

Hinrichtungen auf den letzten Metern: Donald Trump und die Todesstrafe

Die Chinesen frohlocken schon: Einer der größten Konkurrenten, seit Donald Trump größter Feind, hat schwache Knie bekommen. Vertreter der WHO dürfen "gerne" nach dem Ursprung der Corona-Pandemie forschen - die Spuren sind beseitigt oder "bereinigt", militärische Operationen waren unnötig, der eigene Staatshaushalt wurde geschont, die Wirtschaft gestärkt (Freihandelspakt). Auf die geniale Diplomatie des Joe Biden kann geduldig gewartet werden...

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 :-) Grüße aus Tübingen

Reinhard


"Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt,
aber vielen bleibt es erspart."
Curt Goetz, dt. Schauspieler

#443597

fuchsi zur Homepage von fuchsi

Niederösterreich,
12.01.2021, 08:13:40

@ RoyMurphy

D. T. auf dem Weg zur Hölle?

Über die Todesstrafe kann und soll man natürlich diskutieren.
Aber meiner Meinung nach eindeutig Sache der Justiz. Auf jeden Fall ist es falsch, dass sich hier ein politischer Präsident einmischen kann, und mehr oder weniger Vollstreckungen anordnen kann.

Wenn es Vollstreckungen gibt, dass aus juristischen gründen, aber nicht weil gerade eine rep. Hardliner an der Macht ist.

Das amerikanische System ist sowieso krank. Nach 20 Jahren Haft kann in AT eine verurteilter Mörder um Haftentlassung ansuchen, in USA sitzt er 20 Jahre im Todesknast und wird hingerichtet.

--
mein privates Hobby. www.ffzell.at

#443598

RoyMurphy

Tübingen,
12.01.2021, 10:27:10

@ fuchsi

D. T. auf dem Weg zur Hölle?

> Wenn es Vollstreckungen gibt, dass aus juristischen gründen, aber nicht
> weil gerade eine rep. Hardliner an der Macht ist.
>
> Das amerikanische System ist sowieso krank. Nach 20 Jahren Haft kann in AT
> eine verurteilter Mörder um Haftentlassung ansuchen, in USA sitzt er 20
> Jahre im Todesknast und wird hingerichtet.

Das Prinzip "Hoffnung" ist im US-System als Resozialisierungsbaustein offenbar nicht vorhanden. Andererseits werden ja bei uns immer wieder Fehler gemacht und "lebenslang" Inhaftierte (Haftprüfung , max. 15 Jahre, wenn nicht Sichererungsverwahrung verhängt wurde) per Humanitätsduselei in eine Freiheit entlassen, in der sie trotz Bewährungshelfer früher oder später wieder straffällig werden - z.B. wie wir bei der Bundeswehr sagten, sich jemand am Ende der Dienstzeit im Zivilleben (Beruf, Familie, Umgang, Lebensgestaltung) nicht mehr zurechtfindet.

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 :-) Grüße aus Tübingen

Reinhard


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Curt Goetz, dt. Schauspieler

#443617

alex976

Stuttgart,
13.01.2021, 18:16:27

@ RoyMurphy

D. T. auf dem Weg zur Hölle?

Ja das stimmt schon, aber meinst du nicht, dass sich die Leute die im Knast sitzen und was ändern wollen eine neue Chance verdient haben? Und ja ein Neuanfang ist schwer aber nicht unmöglich. Ich persönlich hätte kein Bock auch nur ein Jahr dadrin zu verbringen.  ;-)
Um nochmal auf Amerika zurückzukommen. Ich bin auch absolut kein Fan von Todesstrafe und frage mich immer wie die Länder das in den Verfassungen rechtfertigen können...

--
Music is my passion.

#443621

MaPa

13.01.2021, 20:03:37

@ fuchsi

D. T. auf dem Weg zur Hölle?

Hallo fuchsi,
ich bin mir nicht sicher, aber ist es nicht so das die gand Jury oder das schöffengericht und der Richter schon die Todesstrafe verhängt haben. Also ist der jenige ja schin zum Tode verurteilt worden. ich meine sogar das selbst die Art des Todes bei Gericht gesprochen wird.
Alo ist derjenige ja schon rechtskräftig zum Tode verurteilt worden.
Lediglich die Genehmigung das das gesprochene Urteil verhängt werden darf muss von oben gegeben werden ebenso wie die Begnadigung meine ich.
Aber wie gesagt sicher bin ich mir nicht.
Netter Gruß von MaPa

--
“Am Ende werden wir uns nicht an die Worte unserer Feinde erinnern, sondern an das Schweigen unserer Freunde.““
-Martin Luther King-

#443623

stefan66 zur Homepage von stefan66

13.01.2021, 21:31:31

@ MaPa

D. T. auf dem Weg zur Hölle?

> Hallo fuchsi,
> ich bin mir nicht sicher, aber ist es nicht so das die gand Jury oder das
> schöffengericht und der Richter schon die Todesstrafe verhängt haben.
> Also ist der jenige ja schin zum Tode verurteilt worden. ich meine sogar
> das selbst die Art des Todes bei Gericht gesprochen wird.
> Alo ist derjenige ja schon rechtskräftig zum Tode verurteilt worden.
> Lediglich die Genehmigung das das gesprochene Urteil verhängt werden darf
> muss von oben gegeben werden ebenso wie die Begnadigung meine ich.
> Aber wie gesagt sicher bin ich mir nicht.
> Netter Gruß von MaPa

Wie auch immer, in einer zivilisierten Gesellschaft des 21. Jhdt. darf es keine Todesstrafe geben. Der Staat darf nicht selber zum Mörder werden.

--
Ich will nie ein Nationalist sein, aber ein Patriot wohl. Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt, ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet. Wir aber wollen ein Volk der guten Nachbarn sein, in Europa und in der Welt.
(Richard von Weizsäcker, 23.05.1999)

#443624

MaPa

13.01.2021, 22:48:02
(editiert von MaPa, 13.01.2021, 22:58:47)

@ stefan66

D. T. auf dem Weg zur Hölle? (ed)

> > Hallo fuchsi,
> > ich bin mir nicht sicher, aber ist es nicht so das die gand Jury oder
> das
> > schöffengericht und der Richter schon die Todesstrafe verhängt haben.
> > Also ist der jenige ja schin zum Tode verurteilt worden. ich meine sogar
> > das selbst die Art des Todes bei Gericht gesprochen wird.
> > Alo ist derjenige ja schon rechtskräftig zum Tode verurteilt worden.
> > Lediglich die Genehmigung das das gesprochene Urteil verhängt werden
> darf
> > muss von oben gegeben werden ebenso wie die Begnadigung meine ich.
> > Aber wie gesagt sicher bin ich mir nicht.
> > Netter Gruß von MaPa
>
> Wie auch immer, in einer zivilisierten Gesellschaft des 21. Jhdt. darf es
> keine Todesstrafe geben. Der Staat darf nicht selber zum Mörder werden.
Hallo Stefan,
Ich habe nicht das Gegenteil behauptet.
Mit der Todesstrafe ist niemandem geholfen.
Dem Täter nicht, den Opfern nicht und den Hinterblieben beider Seiten schon gar nicht.
Und das die Todesstrafe nicht mal abschreckend wirkt, zeigen ja die vielen Morddelikte die, weiterhin geschehen.
Dazu noch die vielen bekannten (Dunkelziffer ist wahrscheinlich noch viel höher) unschuldig Hingerichteten. Bei denen die Wahrheit leider erst nach der Volstreckung heraus kam.
Außerdem haben die Amerikaner eine seltsame Art Verdächtige zu verhören, indem sie Täterwissen wärend der Befragung preis geben oder den Verdächtigen anlügen indem sie beaupten sie hätten unwiederlegbare Beweise und Zeugen die Ihn als Täter indentifizieren. Dann sagen sie das man um einer Todesstrfae rum kommt wenn man sich Einsichtig zeigt. Dieser psychischer und Physischer Stress bringt Menschen dazu ein freiwilliges Geständnis abzulegen obwohl man es wirklich gar nicht war.
Das selbe gild für Länder in denen noch gefoltert wird um Geständnisse zu erzwingen.
Ist ein sehr komplexes Thema und nicht mal eben in 5 Minuten in einem Forum Diskutiert.
Da steht nicht nur die Todesstrafe in Frage sondern auch diverse Verhörmethoden. Die in Deutschland gott sei Dank nicht erlaubt sind.
Netter Gruß von MaPa
reid-methode-polizei-vernehmung
erweiterte Verhörtechnicken

--
“Am Ende werden wir uns nicht an die Worte unserer Feinde erinnern, sondern an das Schweigen unserer Freunde.““
-Martin Luther King-

#443625

stefan66 zur Homepage von stefan66

13.01.2021, 22:56:00

@ MaPa

D. T. auf dem Weg zur Hölle?

> Ich habe nicht das Gegenteil behauptet.

Ich habe das auch gar nicht persönlich gemeint,

--
Ich will nie ein Nationalist sein, aber ein Patriot wohl. Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt, ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet. Wir aber wollen ein Volk der guten Nachbarn sein, in Europa und in der Welt.
(Richard von Weizsäcker, 23.05.1999)

#443626

MaPa

13.01.2021, 23:01:04

@ stefan66

D. T. auf dem Weg zur Hölle?

> > Ich habe nicht das Gegenteil behauptet.
>
> Ich habe das auch gar nicht persönlich gemeint,

hatte ich auch nicht so verstanden, wollte aber dennoch sicher gehen das ich nicht missverstanden werde. Das hatte ich hier ne zeit lang schon zu genüge. Gebranntes Kind und so...

habe noch zwei Links in meinen Beitrag rein editiert
Wem`s interessiert.........

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“Am Ende werden wir uns nicht an die Worte unserer Feinde erinnern, sondern an das Schweigen unserer Freunde.““
-Martin Luther King-

#443627

RoyMurphy

Tübingen,
13.01.2021, 23:03:44

@ alex976

D. T. auf dem Weg zur Hölle?

> Ja das stimmt schon, aber meinst du nicht, dass sich die Leute die im Knast
> sitzen und was ändern wollen eine neue Chance verdient haben? Und ja ein
> Neuanfang ist schwer aber nicht unmöglich. Ich persönlich hätte kein
> Bock auch nur ein Jahr dadrin zu verbringen.  ;-)
> Um nochmal auf Amerika zurückzukommen. Ich bin auch absolut kein Fan von
> Todesstrafe und frage mich immer wie die Länder das in den Verfassungen
> rechtfertigen können...

Als ich heute den Grund für die Vollstreckung der Todesstrafe gelesen habe, war es die Erlösung von einer "angemessenen" Leidenszeit , was sogar meinen Groll auf Trump leicht besänftigt hat:

Erste Frau seit fast 70 Jahren hingerichtet

Fragt sich noch, was ist schlimmer: Lebenslange Haft (15 Jahre), und dann keine Begnadigung, sondern Sicherungsverwahrung wegen besonderer Schwere des Verbrechens?

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Reinhard


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Curt Goetz, dt. Schauspieler

#443717

DUMIAU

17.01.2021, 13:57:22

@ RoyMurphy

D. T. auf dem Weg zur Hölle?

> Als ich heute den Grund für die Vollstreckung der Todesstrafe gelesen
> habe, war es die Erlösung von einer "angemessenen" Leidenszeit , was sogar
> meinen Groll auf Trump leicht besänftigt hat:

Auf irgendeinem Privatsender gibt es eine Serie wo ein älterer britischer Journalist mit Gefangenen im Todestrakt reden darf. Für nicht Wenige wäre es eine Erlösung wenn die Todesstrafe endlich vollstreckt würde. Denn die sitzen 23 Stunden am Tag über Jahren oder Jahrzehnte in Einzelhaft mit minimalen sozialen Kontakten. Interessanterweise sehen einige davon diese Strafe sogar als korrekt an, die Todesstrafe nicht die jahrelange Isolation.
Ob die Todesstrafe angemessen ist? Im Kern ist eine Verurteilung über 99 Jahre oder mehr auch nichts Anderes. Man kann über die Strafhöhen in den USA diskutieren, die sind so ziemlich das Gegenteil unserer Kuscheljustiz. Aber was dort gut ist ist das Intensivtäter dort keinen Mengenrabatt bekommen wie Hier sondern die Jahre für jeden Tat aufaddiert werden. Ein Klar wäre dort mit 9 Morden und zig Gewaltverbrechen nicht nach 26 Jahren entlassen worden, alleine die Morde hätten dafür gesorgt das er den Knast erst wieder in einer Kiste verlässt.

Wie dem auch sei, bevor in den USA ein Todesurteil vollstreckt wird sind noch diverse Berufungsverfahren und Prüfungen vorgeschaltet und erst wenn alle Rechtsmittel ausgeschöpft sind kann man beim Gouverneur oder eben Präsidenten ein Gnadengesuch einreichen, sozusagen als letzte Instanz. Aber was soll diese Person machen wenn zig Juristen nichts am Urteil auszusetzen hatten? Eine Zwickmühle. Und ob eine Umwandlung in eine lebenslange Haftstrafe die in den USA ja tatsächlich bis zum Tod geht bei den dortigen Haftbedingungen besser ist als die Vollstreckung des Urteils? Dagegen ist eine Sicherheitsverwahrung in Deutschland geradezu ein Kuraufenthalt. Das Kernproblem ist halt was eine gerechte Strafe sein soll und was man mit Straftätern machen soll bei denen man geradezu zu 100% vorhersagen kann das er nach der Entlassung sehr schnell wieder zum Vergewaltiger oder Mörder wird.

#443719

RoyMurphy

Tübingen,
17.01.2021, 15:20:09

@ DUMIAU

D. T. auf dem Weg zur Hölle?

> > Als ich heute den Grund für die Vollstreckung der Todesstrafe gelesen
> > habe, war es die Erlösung von einer "angemessenen" Leidenszeit , was
> sogar
> > meinen Groll auf Trump leicht besänftigt hat:
>
> Auf irgendeinem Privatsender gibt es eine Serie wo ein älterer britischer
> Journalist mit Gefangenen im Todestrakt reden darf. Für nicht Wenige wäre
> es eine Erlösung wenn die Todesstrafe endlich vollstreckt würde. Denn die
> sitzen 23 Stunden am Tag über Jahren oder Jahrzehnte in Einzelhaft mit
> minimalen sozialen Kontakten. Interessanterweise sehen einige davon diese
> Strafe sogar als korrekt an, die Todesstrafe nicht die jahrelange
> Isolation.
> Ob die Todesstrafe angemessen ist? Im Kern ist eine Verurteilung über 99
> Jahre oder mehr auch nichts Anderes. Man kann über die Strafhöhen in den
> USA diskutieren, die sind so ziemlich das Gegenteil unserer Kuscheljustiz.
> Aber was dort gut ist ist das Intensivtäter dort keinen Mengenrabatt
> bekommen wie Hier sondern die Jahre für jeden Tat aufaddiert werden. Ein
> Klar wäre dort mit 9 Morden und zig Gewaltverbrechen nicht nach 26 Jahren
> entlassen worden, alleine die Morde hätten dafür gesorgt das er den Knast
> erst wieder in einer Kiste verlässt.
>
> Wie dem auch sei, bevor in den USA ein Todesurteil vollstreckt wird sind
> noch diverse Berufungsverfahren und Prüfungen vorgeschaltet und erst wenn
> alle Rechtsmittel ausgeschöpft sind kann man beim Gouverneur oder eben
> Präsidenten ein Gnadengesuch einreichen, sozusagen als letzte Instanz.
> Aber was soll diese Person machen wenn zig Juristen nichts am Urteil
> auszusetzen hatten? Eine Zwickmühle. Und ob eine Umwandlung in eine
> lebenslange Haftstrafe die in den USA ja tatsächlich bis zum Tod geht bei
> den dortigen Haftbedingungen besser ist als die Vollstreckung des Urteils?
> Dagegen ist eine Sicherheitsverwahrung in Deutschland geradezu ein
> Kuraufenthalt. Das Kernproblem ist halt was eine gerechte Strafe sein soll
> und was man mit Straftätern machen soll bei denen man geradezu zu 100%
> vorhersagen kann das er nach der Entlassung sehr schnell wieder zum
> Vergewaltiger oder Mörder wird.

Das treibt einen schon um, auch wenn draußen schönstes Winterwetter mit sanftem Schneefall herrscht - oder gerade in solch stimmungsvoller Umgebung?
Einziger Trost eigentlich - ohne christliche Gesinnung bemühen zu müssen - dass zwischen Affekt/Fahrlässigkeit/Notwehr und Strafmündigkeit/Veranlagung/Vorsatz/Zurechnungsfähigkeit juristisch unterschieden wird und die Todesstrafe erst verhängt wird, wenn alle Rettungsseile reißen. Dass damit wegen der vielen Wenns und Abers auch nach Rechtskraft des Urteils noch Jahre der Haft in der Todeszelle in Detailermittlungen und Gutachten investiert werden, zeigt deutlich das Paradoxon zwischen Schuld und Sühne, Recht auf Leben und "Gottes Strafe" bei den Beteiligten.

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aber vielen bleibt es erspart."
Curt Goetz, dt. Schauspieler

#443722

DUMIAU

17.01.2021, 15:55:34

@ RoyMurphy

D. T. auf dem Weg zur Hölle?

> Einziger Trost eigentlich - ohne christliche Gesinnung bemühen zu müssen
> - dass zwischen Affekt/Fahrlässigkeit/Notwehr und
> Strafmündigkeit/Veranlagung/Vorsatz/Zurechnungsfähigkeit juristisch
> unterschieden wird und die Todesstrafe erst verhängt wird, wenn alle
> Rettungsseile reißen. Dass damit wegen der vielen Wenns und Abers auch
> nach Rechtskraft des Urteils noch Jahre der Haft in der Todeszelle in
> Detailermittlungen und Gutachten investiert werden, zeigt deutlich das
> Paradoxon zwischen Schuld und Sühne, Recht auf Leben und "Gottes Strafe"
> bei den Beteiligten.

Tja, ist halt eine Zwickmühle wenn man christlich geprägt ist. Andere Kulturen haben da weniger Probleme mit der Todesstrafe, und auch weniger Skrupel sie zu verhängen und zu Vollstrecken.

#443768

stefan66 zur Homepage von stefan66

18.01.2021, 14:44:24

@ DUMIAU

D. T. auf dem Weg zur Hölle?

> Tja, ist halt eine Zwickmühle wenn man christlich geprägt ist. Andere
> Kulturen haben da weniger Probleme mit der Todesstrafe, und auch weniger
> Skrupel sie zu verhängen und zu Vollstrecken.

Was hat das mit christlicher Prägung zu tun? Gerade die Christen waren in der Vergangenheit nicht zimperlich, was die Todesstrafe angeht. Von der Rolle der katholischen Kirche während der NS-Dikatur (Tolerierung des Regimes und damit des industriellen Massenmordes) will ich gar nicht reden.
Ich bin überzeugter Atheist und bekomme einen zu viel, wenn von 'christlichen Werten' die Rede ist. Dass sind keine christlichen sondern humanistische Werte, die in einer aufgeschlossenen Gesellschaft des 21. Jhdt. selbstverständlich sein sollten.

--
Ich will nie ein Nationalist sein, aber ein Patriot wohl. Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt, ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet. Wir aber wollen ein Volk der guten Nachbarn sein, in Europa und in der Welt.
(Richard von Weizsäcker, 23.05.1999)

#443772

RoyMurphy

Tübingen,
18.01.2021, 16:43:25

@ stefan66

D. T. auf dem Weg zur Hölle?

> > Tja, ist halt eine Zwickmühle wenn man christlich geprägt ist. Andere
> > Kulturen haben da weniger Probleme mit der Todesstrafe, und auch weniger
> > Skrupel sie zu verhängen und zu Vollstrecken.
>
> Was hat das mit christlicher Prägung zu tun? Gerade die Christen waren in
> der Vergangenheit nicht zimperlich, was die Todesstrafe angeht. Von der
> Rolle der katholischen Kirche während der NS-Dikatur (Tolerierung des
> Regimes und damit des industriellen Massenmordes) will ich gar nicht
> reden.

In der "Kriminalgeschichte" des Christentums gibt's noch weitere mörderische Ereignisse ohne Gnade oder Toleranz: die Inquisition mit den Hexen- und Ketzer-Prozessen, die Kreuzzüge und spätere Feldzüge (politisch oder religiös ausgelöste Kriege) mit Waffenweihen zum erfolgreichen Einsatz.

> Ich bin überzeugter Atheist und bekomme einen zu viel, wenn von
> 'christlichen Werten' die Rede ist. Dass sind keine christlichen sondern
> humanistische Werte, die in einer aufgeschlossenen Gesellschaft des 21.
> Jhdt. selbstverständlich sein sollten.

Sind "wir" nun wirklich Atheisten oder (doch "nur") Agnostiker, weil wir auf die Gottesfrage prinzipiell nur antworten können: "Geht nicht, gibt's nicht!" oder "Ich weiß es nicht!"
Auf jeden Fall begegnen wir uns vermutlich im Humanismus, mindestens im Skeptizismus, mit sich wechselseitig beeinflussenden Definitionen.

Zitate mit Google/Definition [Begriff]:

"Humanisten glauben, dass das gute Leben auch ohne Gott gelingt und froh macht, obwohl sie wie Religiöse um ihre Gebrechlichkeit und die Demokratie des Todes wissen."

"Die Bezeichnung Skeptiker wurde in der späten Antike geläufig für jene Philosophen, die vorher »sich des Urteils über alles Enthaltende« ( Epoché, skeptische) genannt worden waren. Im engeren Sinne bezeichnet S. also eine philosophische Position, deren Vertreter noch suchen, im Ungewissen sind, zweifeln ( Zweifel )."

Also mir sind Astronomen, Naturwissenschaftler und Philosophen (auch weibliche) "sympathischer" als Ideologen/Sektierer, Theologen oder gar Verschwörungstheoretiker (incl. weibliche).

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Reinhard


"Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt,
aber vielen bleibt es erspart."
Curt Goetz, dt. Schauspieler

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