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#441168

RoyMurphy

Tübingen,
02.10.2020, 16:22:56

Wallbox für ALLE? (verkehr.kfz)

Wird das der Durchbruch für die Elektromobilität?

Zitat aus ACE Lenkrad/Oktoberheft 2020:

"Der Bundestag hat nun beschlossen, dass Eigentümer und Mieter von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern Anspruch haben auf den Einbau einer Wallbox in der (Tief-) Garage bzw. am Stellplatz. ... Die Regelung soll helfen, die Verbreitung von Elektroautos anzukurbeln."

Wallbox für das E-Auto: Was man unbedingt wissen sollte

Damit wäre die Kontroverse "bereinigt": Kurze Tankzeit für Flüssigtreibstoff vs. lange Ladezeit für Akkufahrzeuge". Denn über Nacht aufgeladen, kann am Tag die maximale Fahrleistung abgerufen werden, und man muss nicht zur evtl. kilometerweit entfernten und bei entsprechender Zunahme des E-Verkehrs evtl. bereits belegten Stromtankstelle fahren und die Warte-/Ladezeit "totschlagen".

Btw.: Der Weg zum nächsten Bereitstellungsplatz eines Carsharing-E-Mobils ist für mich als nur noch wenig Fahrer ein ultimativer Grund, dieses soziale, ökologisch und ökonomisch gut gedachte, aber halt kaum für die Mehrzahl der Bevölkerung machbare Projekt wahrzunehmen.

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 :-) Grüße aus Tübingen

Reinhard


"Seit ich Verkehrsregeln als Empfehlungen auffasse,
bin ich immer früher zu Hause!" - Frei nach Piet Klocke.
Und seit der alte Bußgeldkatalog wieder gilt,
kann man wieder so richtig auf den Pinsel treten ...  :-)

#441169

Hackertomm

02.10.2020, 18:15:01

@ RoyMurphy

Wallbox für ALLE?

Das ist völlig daneben!
Eine Walbox läuft immer mit 400V Drehstrom und davon dann 1, 2 oder 3 Phasen, je nach eingestellter Leistung.
Hätte ich z.B. einen Hybrid mit einer 11KW Batterie, bräuchte ich keine Wallbox, denn an 230V 10A wäre die mit dem mitgelieferten Ladegerät in 5h Voll, also locker über Nacht.
Wenn aber an jedem Tiefgaragen Stellplatz oder jedem 2. eine Wallbox angeschlossen ist, dann wird es dann mit der Stromversorgung knapp.
Angenommen es gibt 5 Stellplätze mit Wallbox und an jedem lädt ein E-Auto mit 11Kw, so viel, das in dem Haus die Stromversorgung zusammen brechen könnte.
Oder die Stromversorgung an der Verteilerstation.
So ein Vorhaben müsste schon bei Erschließen einer Neubausiedlung erfasst und geplant werden!
Denn es bräucht einen 2 Kabelstrang ins Haus, der nur für E-Auto benutzbar ist.
Auch müsste die Verteiler und Trafostation dazu für den erhöhten Stromverbrauch ertüchtigt werden.
ist ja nicht so, wie wenn ich da mal kurz eine Stunde mit der Flex arbeite, es wird da mit hohem Strom über etliche Stunden geladen.
Also locker 1,5 bis 14h am Stück!
Dazu muss die Elektrik tauglich sein, sonst gibt es Ärger, mit z.B schmorenden Kabeln, Steckdosen etc.
Alles nicht so einfach mit der Elektromobilität!

PS. Wenn die Konditionen nicht so schlecht wären(nur 10Monate Haltedauer), wäre mein nächster Leasingwagen ein B250e.
Aber spätestens nach dem 2. würde sich dann der Abholtermin in den Winter verschieben, was dann die Sache kompliziert macht.

--
[image]

#441170

me3

Dohma,
02.10.2020, 18:24:17

@ RoyMurphy

Wallbox für ALLE?

Der Beschluß ist schon länger bekannt. Nur was nützt der, wenn es der Stromanschluß der Siedlung gar nicht hergibt? Wenn ich nur an unser eher kleines Wohngebiet denke. Nach 1990 neu gebaut. Geschätzt 200 Eigentumswohnungen bzw. Reihenhäuser. Da lässt sich jeder eine Wallbox anbauen. Dann kommen geschätzt zwischen 16 und 18 Uhr die meisten von Arbeit und stecken ihr Auto zum Laden an. Da sollten genug Kerzen und Taschenlampen im Haushalt da sein.
Was ist mit den großen Mehrfamilienhäusern, wo viele einen, nicht seinen Stellplatz hat. Oder mit den Laternenparkern?

me3

#441171

RoyMurphy

Tübingen,
02.10.2020, 19:38:23

@ Hackertomm

Wallbox für ALLE?

> Das ist völlig daneben!
> Eine Walbox läuft immer mit 400V Drehstrom und davon dann 1, 2 oder 3
> Phasen, je nach eingestellter Leistung.
> Hätte ich z.B. einen Hybrid mit einer 11KW Batterie, bräuchte ich keine
> Wallbox, denn an 230V 10A wäre die mit dem mitgelieferten Ladegerät in 5h
> Voll, also locker über Nacht.
> Wenn aber an jedem Tiefgaragen Stellplatz oder jedem 2. eine Wallbox
> angeschlossen ist, dann wird es dann mit der Stromversorgung knapp.
> Angenommen es gibt 5 Stellplätze mit Wallbox und an jedem lädt ein E-Auto
> mit 11Kw, so viel, das in dem Haus die Stromversorgung zusammen brechen
> könnte.
> Oder die Stromversorgung an der Verteilerstation.
> So ein Vorhaben müsste schon bei Erschließen einer Neubausiedlung erfasst
> und geplant werden!
> Denn es bräucht einen 2 Kabelstrang ins Haus, der nur für E-Auto
> benutzbar ist.
> Auch müsste die Verteiler und Trafostation dazu für den erhöhten
> Stromverbrauch ertüchtigt werden.
> ist ja nicht so, wie wenn ich da mal kurz eine Stunde mit der Flex arbeite,
> es wird da mit hohem Strom über etliche Stunden geladen.
> Also locker 1,5 bis 14h am Stück!
> Dazu muss die Elektrik tauglich sein, sonst gibt es Ärger, mit z.B
> schmorenden Kabeln, Steckdosen etc.
> Alles nicht so einfach mit der Elektromobilität!

Da hat eben wieder mal die Politik nicht auf die (Elektro-) Ingenieure gehört und einfach das Pferd vom Schwanz her aufgezäumt: Zuerst ein Hurra-Interesse des Volks an neuer Technik (bei Smartphones und Co. klappt's doch auch, wenn auch krankhaft) erzeugen und sich dann mit: "Ähäm - Du brauchen Strom", und Fahrverboten davonschleichen. Das hängt mit meiner Abneigung gegen diesen zahnlosen Tiger eng zusammen. Lieber den Tiger im Tank als Stromausfall.

Und jetzt kommen sie noch mit der Hybrid-Technik daher: Das Mehrgewicht eines Fahrzeugs mit Batterie und die geringe Reichweite nur mit Strom bewirken, dass bei nur geringer Kraftstoffersparnis und ohne reinen Ökostrom beim Aufladen die Umweltbilanz fast erschreckend knapp ausfällt. So am vergangenen Sonntag auf VOX/auto mobil erlauscht.

> PS. Wenn die Konditionen nicht so schlecht wären(nur 10Monate Haltedauer),
> wäre mein nächster Leasingwagen ein B250e.
> Aber spätestens nach dem 2. würde sich dann der Abholtermin in den Winter
> verschieben, was dann die Sache kompliziert macht.

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bin ich immer früher zu Hause!" - Frei nach Piet Klocke.
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#441172

RoyMurphy

Tübingen,
02.10.2020, 19:48:08

@ me3

Wallbox für ALLE?

> Der Beschluß ist schon länger bekannt. Nur was nützt der, wenn es der
> Stromanschluß der Siedlung gar nicht hergibt? Wenn ich nur an unser eher
> kleines Wohngebiet denke. Nach 1990 neu gebaut. Geschätzt 200
> Eigentumswohnungen bzw. Reihenhäuser. Da lässt sich jeder eine Wallbox
> anbauen. Dann kommen geschätzt zwischen 16 und 18 Uhr die meisten von
> Arbeit und stecken ihr Auto zum Laden an. Da sollten genug Kerzen und
> Taschenlampen im Haushalt da sein.
> Was ist mit den großen Mehrfamilienhäusern, wo viele einen, nicht seinen
> Stellplatz hat. Oder mit den Laternenparkern?

Was soll ich da sagen? Unser Vorort wurde in den 60er/70er Jahren mit Mischbebauung erschlossen. Die Stromversorgung erfolgt seit vielen Jahren per Erdkabel, das komplett ausgetauscht werden müsste. Die Hausanschlüsse wären dann von den Eigentümern/Mietern zu finanzieren, ähnlich kostspielig wie die energetische Sanierung der seinerzeit und in den 80er Jahren aus dem Boden gestampften und trotzdem teuren Häuser. Hinzu kämen noch Wohnblocks für Studierende und Asylbewerbende, die wohl nicht kostendeckend von den Betreibern bezuschusst werden könnten/würden.

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#441174

me3

Dohma,
02.10.2020, 20:12:52

@ RoyMurphy

Wallbox für ALLE?

Die Elektromobilität ist nur der eine Aspekt, der unsere Stromnetze zum Glühen bringt. Der andere ist die Forderung, die fossilen Brennstoffe Erdgas und Heizöl abzulösen. Viele Alternativen gibt es da nicht. Die derzeit häufig gewählte Alternative ist die Wärmepumpe. Die mag effizient sein, doch auch da ist der Energieträger Strom. Wenn die Entwicklung so weiter geht, wie aktuell von unseren Regierenden gefordert, sitzen wir irgendwann wieder regelmäßig im Dunklen, weil der notwendige Ausbau nicht Schritt hält. Abgesehen von den explodierenden Stromkosten. Die sind heute schon ganz weit vorn in der EU.

me3

#441192

DUMIAU

04.10.2020, 16:12:39

@ Hackertomm

Wallbox für ALLE?

> Das ist völlig daneben!
> Eine Walbox läuft immer mit 400V Drehstrom und davon dann 1, 2 oder 3
> Phasen, je nach eingestellter Leistung.
> Hätte ich z.B. einen Hybrid mit einer 11KW Batterie, bräuchte ich keine
> Wallbox, denn an 230V 10A wäre die mit dem mitgelieferten Ladegerät in 5h
> Voll, also locker über Nacht.
> Wenn aber an jedem Tiefgaragen Stellplatz oder jedem 2. eine Wallbox
> angeschlossen ist, dann wird es dann mit der Stromversorgung knapp.
> Angenommen es gibt 5 Stellplätze mit Wallbox und an jedem lädt ein E-Auto
> mit 11Kw, so viel, das in dem Haus die Stromversorgung zusammen brechen
> könnte.
> Oder die Stromversorgung an der Verteilerstation.
> So ein Vorhaben müsste schon bei Erschließen einer Neubausiedlung erfasst
> und geplant werden!
> Denn es bräucht einen 2 Kabelstrang ins Haus, der nur für E-Auto
> benutzbar ist.
> Auch müsste die Verteiler und Trafostation dazu für den erhöhten
> Stromverbrauch ertüchtigt werden.
> ist ja nicht so, wie wenn ich da mal kurz eine Stunde mit der Flex arbeite,
> es wird da mit hohem Strom über etliche Stunden geladen.
> Also locker 1,5 bis 14h am Stück!
> Dazu muss die Elektrik tauglich sein, sonst gibt es Ärger, mit z.B
> schmorenden Kabeln, Steckdosen etc.
> Alles nicht so einfach mit der Elektromobilität!

Auf einer Seite im Netz hat vor Monaten auf die Tücken einer Wallbox für jede Wohneinheit hingewiesen die Ihm als Fachplaner für E-Installationen so nicht bekannt gewesen waren und erst in langen Telefonaten mit dem Energieversorger ans Licht kamen. Zb das der Versorger bei jeder Wohneinheit 24Stunden/365Tage mit der maximalen Anschlussleistung rechnen muss, in diesem Falle dann gut 20 Wohneinheiten. Diese geforderte Anschlussleistung würde ein eigenes Umspannwerk für dieses Wohnprojekt bedeuten, also mit 10/20kV die Gebäude angefahren werden und erst dort auf 240/400V transformiert, Kosten dafür gehen zu Lasten des Bauherren. Kurz gesagt kamen da Kosten auf den Bauträger zu, die interne Verkabelung müsste auch eher Industriestandard entsprechen als üblicher Wohnbebauung usw, so das der Bauträger erst mal Abstand davon nahm allen Wohnungen eine Wallbox zu ermöglichen. Zwar wurden die entsprechenden Leerrohre verlegt und der Transformator eingeplant aber eben nicht umgesetzt.
In einem anderen Forum durfte ein E-Autokäufer über 20000€ für den neuen Stromanschluß hinlegen, sein Haus musste mit einer extra Leitung ab Umspannwerk angefahren werden um seine Wallbox zu ermöglichen,, denn sonst bestand die Gefahr das seine Nachbarn im Dunkeln sitzen wenn seine Kiste lädt. Das er in der glücklichen finanziellen Lage sei solche Sonderwünsche problemlos zu finanzieren sei aber nicht selbstverständlich. Er meinte aber auch das bei einem Autokauf für über 100000€ das auch noch drin sei.

#441194

DUMIAU

04.10.2020, 16:21:40

@ RoyMurphy

Wallbox für ALLE?

> Da hat eben wieder mal die Politik nicht auf die (Elektro-) Ingenieure
> gehört und einfach das Pferd vom Schwanz her aufgezäumt:

Bekannter, arbeitet bei einem großen süddeutschen Stromkonzern, hat schon beim Beginn der Energiewende gemeint das die Medien nicht die Pressesprecher oder die Manager fernab der realen Netzprobleme in den Glaspalästen fragen sollten sondern die Monteure und Netzplaner vor Ort die Netzkapazitäten real kennen und nicht nur aus veralteten Plänen. Er selbst war schon beim Klinkenputzen in einem Dorf ob nicht der Eine oder Andere ein altes Gebäude endgültig vom Netz nehmen könne damit ein Einwohner sein Einfamilienhaus genehmigt bekommt. Das Netz in dem Ort war aus rechtlicher Sicht so am Limit das kein weiteres Gebäude genehmigt werden konnte. Denn auch ein seit 20 Jahren unbenutzter Stall könnte ja rein theoretisch jederzeit wieder genutzt werden und damit das Ortsnetz überlastet werden.

Vor einiger Zeit hat ja die ENBW werbewirksam ein Wohngebiet mit E-Fahrzeugen ausgestattet um zu sehen ob die Netze ausreichen würden. Was wohl vergessen wurde zu sagen war das man lange nach einem Wohngebiet gesucht hatte das genügend Reserven dafür hatte. Aber durchaus möglich das den Vorständen dieser Umstand verschwiegen wurde. Wusste mein Bekannter auch nur weil mit einigen der dort involvierten zusammengearbeitet hatte.  ;-) Infos aus dem kurzen Dienstweg.

#441198

Hackertomm

04.10.2020, 18:17:32

@ DUMIAU

Wallbox für ALLE?

Also Trafo für den Wohnblock braucht es wahrscheinlich nicht, aber ein 2. Starkstromkabel nur für die Versorgung der E-Mobilität.
Denn in einem Haus gibt es meist keine Trafos, sondern nur einen Verteiler, der 400V verteilt.
Jedes Haus wird immer mit 400V Drehstrom versorgt, der dann im Verteiler auf 3 Phasen je 230V verteilt wird.
Es ist also rel. einfach, 400V in eine Garage zu bekommen.
Aber! Es muss genug Reserve am Verteiler für die Anlage sein!
Und genau dass ist momentan der große Schwachpunkt, denn dafür sind keine bzw. kaum Reserven vorgesehen!
Weshalb man so eine Wallbox auch beim Stromversorger Anmelden muss, welcher dann entscheidet ob das überhaupt geht und wie viel KW sie haben darf.
Denn es geht um Stark Strom ziehende Geräte, die locker einen halben Tag am Stück laufen!
So ein Ding einfach nur an die Wand klatschen ist nicht, das muss zwingend genehmigt und abgenommen werden!
Schon wegen der Versicherung und des Brandschutzes!
Wie gesagt, hätte ich einen Hybrid, würde ich Zuhause mit 230V 10A laden, in 5h.
Ich könnte da auch eine Wallbox Installieren lassen, aber das wäre in dem Fall unnötig.

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[image]

#441199

DUMIAU

04.10.2020, 18:37:31

@ Hackertomm

Wallbox für ALLE?

> Also Trafo für den Wohnblock braucht es wahrscheinlich nicht, aber ein 2.
> Starkstromkabel nur für die Versorgung der E-Mobilität.
Das ein eigener Trafo benötigt würde war bei diesem Planer die Antwort des Versorgers auf seine Anfrage bezüglich dieses Projekts.
Persönlich vermute ich das die vorhandene Station für dieses Projekt nicht ausreichen würde und es dem Versorger, und vielleicht auch dem Bauträger, günstiger kommt wenn das Bauprojekt direkt mit Mittelspannung angefahren wird und erst dort auf 240/400V runtertransformiert wird. War ja kein Projekt wo die Wallboxen nachträglich montiert werden sondern ein Neubauprojekt.
Letztlich dürften die Verluste auch geringer sein wenn nur wenige Meter zwischen Trafo und 400V Anschluß liegen und nicht mehrere 100m oder gar Kilometer.
Aber wie auch immer, das Ganze ist deutlich Aufwendiger und Teurer als es die Politik uns verkaufen will.

#441202

Hackertomm

04.10.2020, 20:18:12

@ DUMIAU

Wallbox für ALLE?

> Aber wie auch immer, das Ganze ist deutlich Aufwendiger und Teurer als es
> die Politik uns verkaufen will.

Da stimme ich dir vollkommen zu!

--
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#441204

Hey_Joe zur Homepage von Hey_Joe

71229 Leonberg,
04.10.2020, 20:32:08

@ Hackertomm

Wallbox für ALLE?

> > Aber wie auch immer, das Ganze ist deutlich Aufwendiger und Teurer als
> es
> > die Politik uns verkaufen will.
>
> Da stimme ich dir vollkommen zu!

Da bin ich auch mit dabei!

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#441240

neanderix

07.10.2020, 15:25:36

@ RoyMurphy

Wallbox für ALLE?

> Und jetzt kommen sie noch mit der Hybrid-Technik daher: Das Mehrgewicht
> eines Fahrzeugs mit Batterie

Welches mehrgewicht meinst du? woher soll das kommen?

> und die geringe Reichweite nur mit Strom
> bewirken, dass bei nur geringer Kraftstoffersparnis und ohne reinen
> Ökostrom beim Aufladen die Umweltbilanz fast erschreckend knapp ausfällt.

Mein Prius ist in etwa so groß wie der letzte konventionelle, ein Corolla Liftback.
Der liftback hatte einen Verbrauch von 7,5l/100km, der Prius hat derzeit 4,8l/100km.
Wobei die beiden nicht direkt vergleichbar sind, da ich mit beiden andere Strecken gefahren bin/fahre.
Weitere Einschränkung: der Prius ist kein Plug-In Hybride, er ist ein "normaler" Vollhybrid, der ausschließlich über Rekuperation arbeitet.

> So am vergangenen Sonntag auf VOX/auto mobil erlauscht.

Die erzählen viel, wenn der Tag lang ist.

--
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#441246

RoyMurphy

Tübingen,
07.10.2020, 18:41:36
(editiert von RoyMurphy, 07.10.2020, 18:44:32)

@ neanderix

Wallbox für ALLE? (ed)

> > Und jetzt kommen sie noch mit der Hybrid-Technik daher: Das Mehrgewicht
> > eines Fahrzeugs mit Batterie
>
> Welches Mehrgewicht meinst du? woher soll das kommen?

OK, hätte ich dazu posten sollen: ein voller Kraftstofftank wiegt ca. 60...80 kg, durch den Verbrauch abnehmend, eine Batterie für einen Hybrid-PKW soll es auf 400 kg bringen, konstant, da elektrische Energie ein kaum messbares Gewicht hat: "Eine Megawattstunde hat eine Masse von etwa 40 Mikrogramm." Dieses Gewicht verschlechtert die Energiebilanz doch um einige Prozente.
Quelle: Hat elektrischer Strom ein Gewicht?

> Die erzählen viel, wenn der Tag lang ist.

Trotzdem, wenn überhaupt, wird mein nächstes Auto weder ein reiner Elektriker noch ein Hybrider "ohne Steckdose" sein. Zu viele Komponenten einer entspannenden Infrastruktur fehlen noch und werden wegen des hohen Aufwands zu noch Coronazeiten kaum in absehbarer Zeit geschaffen werden: eine Wall-Box in der Garage oder am privaten Stellplatz und genügend Schnell-Ladesäulen unterwegs, damit man nicht koffeinsüchtig wird während einer Reise mit mehreren Etappen.  :-D
Und von (steuerfinanzierten) Prämien, gratis Sonderausstattungen, Erlass der Mehrwertsteuer und Marktkampfrabatten halte ich gar nichts, denn das zeigt, dass die Verbraucherpreise nicht redlich kalkuliert werden.

Meine Einstellung zu den "neuen Antriebsarten" gründet auf diesem Artikel:

Mild-Hybrid, Voll-Hybrid, Plug-in-Hybrid: Das sind die Unterschiede

Auch interessant - zwar bereits 2 Jahre alt - aber vom deutschen Autowunder habe ich noch nichts gesehen oder gehört:

Der Hybrid-Panamera ist schwerer als das Tesla Model S

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Reinhard


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Und seit der alte Bußgeldkatalog wieder gilt,
kann man wieder so richtig auf den Pinsel treten ...  :-)

#441338

neanderix

11.10.2020, 18:34:08

@ RoyMurphy

Wallbox für ALLE?

> > > Und jetzt kommen sie noch mit der Hybrid-Technik daher: Das
> Mehrgewicht
> > > eines Fahrzeugs mit Batterie
> >
> > Welches Mehrgewicht meinst du? woher soll das kommen?
>
> OK, hätte ich dazu posten sollen: ein voller Kraftstofftank wiegt ca.
> 60...80 kg, durch den Verbrauch abnehmend, eine Batterie für einen
> Hybrid-PKW soll es auf 400 kg bringen, konstant, da elektrische Energie ein

Das mag für einen Plugin Hybriden stimmen (kann ich nicht beurteilen) für meinen Non-Plugin Prius stimmt das nicht.
Der HV Akku wiegt IIRC etwas über 100kg, dafür entfallen Kupplung, klassisches Getriebe, Starter und Lichtmaschine.

> Trotzdem, wenn überhaupt, wird mein nächstes Auto weder ein reiner
> Elektriker noch ein Hybrider "ohne Steckdose" sein. Zu viele Komponenten
> einer entspannenden Infrastruktur fehlen noch

Ein Non-Plugin Hybride wäre hier die Lösung ????
Der braucht außer einer Tankstelle keine weitere Infrastruktur.

> Der
> Hybrid-Panamera ist schwerer als das Tesla Model S

Der Hybrid-Panamera ist Schwachfug, das war er von Anfang an. Allerdings sollte man ihn nicht als Gegenargument für Hybride heranziehen, denn dazu taugt dieses schlecht gemachte Vehikel nicht.

--
Exil-Spotlighter

Probleme mit Windows? Reboot
Probleme mit Unix? Be root

#441345

RoyMurphy

Tübingen,
11.10.2020, 22:21:34

@ neanderix

Wallbox für ALLE?

> > Trotzdem, wenn überhaupt, wird mein nächstes Auto weder ein reiner
> > Elektriker noch ein Hybrider "ohne Steckdose" sein. Zu viele Komponenten
> > einer entspannenden Infrastruktur fehlen noch
>
> Ein Non-Plugin Hybride wäre hier die Lösung ????
> Der braucht außer einer Tankstelle keine weitere Infrastruktur.
>
> >
> Der
> > Hybrid-Panamera ist schwerer als das Tesla Model S
>
> Der Hybrid-Panamera ist Schwachfug, das war er von Anfang an. Allerdings
> sollte man ihn nicht als Gegenargument für Hybride heranziehen, denn dazu
> taugt dieses schlecht gemachte Vehikel nicht.

So ist das im Reich der Edelkarossen: Wenn damit der Anlage- oder Unternehmensberater vorfährt, ist die Gesprächsbasis "Profit" (oder $-Zeichen in den Augen) schon mal optimal geschaffen.

Aber voll des Lobes für hybride Antriebskonzepte kann ich dennoch noch nicht sein:

Hybridantrieb – ist er wirklich so gut?

Wenn es zu meinen Lebzeiten mit dem Brennstoffzellenantrieb für PKW noch klappt und der Preis meine Altersvorsorge nicht auffrisst, würde ich mir tatsächlich noch ein solches Fahrzeug anschaffen - wenn das Design nicht von so schlechten Programmierern gestaltet wird wie zur Zeit für manche Elektrovehikel.

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#441346

neanderix

11.10.2020, 23:03:41
(editiert von neanderix, 11.10.2020, 23:04:01)

@ RoyMurphy

Wallbox für ALLE? (ed)

> Aber voll des Lobes für hybride Antriebskonzepte kann ich dennoch noch
> nicht sein:
>
> Hybridantrieb
> – ist er wirklich so gut?
>

In dem Artikel steht vieles, vor allem jede Menge Halbwahrheiten. Selbstverständlich ist auch ein Hybride autobahntauglich und durchaus mit annehmbaren Verbrauch - ich hatte mit meinem Prius2 auf der Strecke Ruhrgebiet->Fehmarn 4,0l/100km.
Natürlich kann man solchen Verbrauch nicht erreichen, wenn man den Hybriden gnadenlos "tritt" - ich bin damals Max. 110km/h gefahren.

Aber auch bei knapp 130 kann man nicht meckern.

Ich fahre jetzt seit insgesamt 14 Jahren Hybrid - erst 11 Jahre den Prius 2, seit 2017 den Prius 3 (gebraucht gekauft) und bin sehr zufrieden, will nicht mehr anders, jedenfalls keinen reinen Verbrenner mehr

> Wenn es zu meinen Lebzeiten mit dem Brennstoffzellenantrieb für PKW noch
> klappt und der Preis meine Altersvorsorge nicht auffrisst, würde ich mir
> tatsächlich noch ein solches Fahrzeug anschaffen - wenn das Design nicht
> von so schlechten Programmierern gestaltet wird wie zur Zeit für manche
> Elektrovehikel.

BZ wäre fein, allerdings glaube ich nicht daran.

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Exil-Spotlighter

Probleme mit Windows? Reboot
Probleme mit Unix? Be root

#441347

RoyMurphy

Tübingen,
11.10.2020, 23:34:07

@ neanderix

Wallbox für ALLE?

> BZ wäre fein, allerdings glaube ich nicht daran.

In welcher Schublade ist eigentlich dieses Projekt gelandet?

Dieses Auto wird mit Wasser betankt

Und jenes?

Auto fährt mit Salzwasser-Antrieb: Das steckt dahinter

Als Automanager würde ich von Sabotage in der Entwicklungsabteilung sprechen.

Das Video "Bloch erklärt" hellt vielleicht die Stimmung auf - oder auch nicht:

Ist die Brennstoffzelle die Zukunft? Der Wasserstoff-Roadtrip: Bloch erklärt #39 |auto motor & sport

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#441349

Johann

12.10.2020, 07:35:20
(editiert von Johann, 12.10.2020, 07:46:58)

@ RoyMurphy

Seamonkeys der Publizistik (ed)

> Dieses
> Auto wird mit Wasser betankt

Die Behauptung der Schlagzeile ist irreführend. Der im Artikel angesprochenen Energiespeicher basiert auf Aluminum-Luft Batterien. "Kraftstoff" ist nicht das Wasser sondern Aluminium. Gleichwohl spielt Wasser bei der "Idee" der Firma Phinergy eine zentrale Rolle.
Vorteil: Hohe Energiedichte, sehr schnell Leistung zur Verfügung stellend.
Nachteil: Aluminium-Luft Batterien werden bei der Entladung irreversibel verbraucht und müssen entsorgt werden. Derlei Technologie findet u.a. bei Waffenantrieben (Torpedos) Verwendung.
Ausserdem muss man Aluminium erst einmal mit sehr hohem Energieaufwand herstellen. Dem höchsten, welches die Industrie bei der Rohstoffherstellung verbraucht, da geht einem der Hut hoch was bei der Alu Produktion für Ströme fließen.  :fahne:

>
> Und jenes?
>
> Auto
> fährt mit Salzwasser-Antrieb: Das steckt dahinter

Auch diese Headline ist reisserisch formuliert um Leser zu locken. Das dahinter stehende "Gerät" wurde 2014 lediglich per Nachricht vorgestellt. Gesehen hat das bis heute niemand.
Auch ist Liechtenstein, Sitz der entwickelnden Firma, nicht gerade der Top Standort für Industrie und Forschung. Eher geht‘s in deren Wirtschaft mehr um Investment und sonstige Geldgeschäfte. Ich vermute, dass eher da der Wind her wehte.
Die dahinter stehende sog. Redox-Flow Technologie ist in mancher Hinsicht vielversprechend und Gegenstand intensiver Forschung sowie Erprobung, allerdings im stationären Bereich. Die Energiedichte aktueller Vanadium-Elektrolyt-Batterien beträgt ein Vierhundertstel derer von Heizöl, Natriumchlorid als Elektrolyt hat einen noch geringeren Wert.
Aufgrund der allerdings hervorragenden Skalierbarkeit sowie sehr geringer Selbstentladung sind diese Speicher mit guter Wahrscheinlichkeit eine kommende Speichermöglichkeit für die stationären Stromnetze und werden u.a. von Fraunhofer entwickelt und betrieben.

Für Mobilität taugen diese Konzepte primär nicht, aber hey... denkbar ist alles. Auch das was es in der uns bekannten Physik nie geben wird. Zeitreisen, unsterbliche Einhörner oder Bürokratieabbau in Deutschland.

--
Alles ist einfach, leider ist das Einfache schwierig. (Clausewitz)

#441355

RoyMurphy

Tübingen,
12.10.2020, 15:20:41

@ Johann

Seamonkeys der Publizistik

> Für Mobilität taugen diese Konzepte primär nicht, aber hey... denkbar
> ist alles. Auch das was es in der uns bekannten Physik nie geben wird.
> Zeitreisen, unsterbliche Einhörner oder Bürokratieabbau in Deutschland.

Danke! Damit ist wohl auch klar, dass die Lobby der Autoindustrie diese Konzepte der Politik (noch) nicht mit warmen Worten nahebringen möchte.

Endlich habe ich in einem Artikel auch den Erfinder eines wasserbetriebenen Autos gefunden, das jedoch nicht zur Serienreife entwickelt werden durfte:

Wasserbetriebene Autos - Erfinder getötet
Herman Anderson (1918 – 2004)

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Und seit der alte Bußgeldkatalog wieder gilt,
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#441356

fuchsi zur Homepage von fuchsi

Niederösterreich,
12.10.2020, 15:30:37

@ RoyMurphy

Seamonkeys der Publizistik

> Wasserbetriebene Autos - Erfinder getötet
> Herman
> Anderson (1918 – 2004)

Der Artikel ist aber sehr Verschwörungstheorie.
Leider geht er weniger auf die Wassertechnik ein, als auf die angeblichen Illuminatimörder.

--
mein privates Hobby. www.ffzell.at

#441359

RoyMurphy

Tübingen,
12.10.2020, 18:21:52

@ fuchsi

Seamonkeys der Publizistik

> > Wasserbetriebene Autos - Erfinder getötet
> >
> Herman
> > Anderson (1918 – 2004)
>
> Der Artikel ist aber sehr Verschwörungstheorie.
> Leider geht er weniger auf die Wassertechnik ein, als auf die angeblichen
> Illuminatimörder.

Dieser merkwürdige Hintergrund ist mir ebenfalls aufgefallen. Ich wollte damit jedoch den Aufruf des Links nicht blockieren
Auch Verschwörungstheorien haben einen "wahren Kern". Zwar handelt es sich dabei meist nicht um nachweisbare Tatsachen oder gesicherte Forschungsergebnisse, sondern um den Missbrauch einer primären Eigenschaft (fast) aller Lebewesen: der ANGST (im Fall von z.B. technischen Neuerungen der SORGE, dass man abgehängt wird).

Dazu gibt's sogar ein offizielles Dossier der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (und noch zahlreiche weitere Webseiten zum Thema).

Verschwörungstheorien - Warum sind sie so erfolgreich und was kann man tun?

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 :-) Grüße aus Tübingen

Reinhard


"Seit ich Verkehrsregeln als Empfehlungen auffasse,
bin ich immer früher zu Hause!" - Frei nach Piet Klocke.
Und seit der alte Bußgeldkatalog wieder gilt,
kann man wieder so richtig auf den Pinsel treten ...  :-)

#441360

MaPa

13.10.2020, 11:31:32

@ fuchsi

Seamonkeys der Publizistik

Hallo fuchsi,

gehört hat man aber dennoch von der einen oder anderen Seite das man Autos auch mit anderen Mitteln zu Fahren bringen kann außer mit Benzin (Öl) oder Akku.
Und Verschwörung hin oder her. Vorstellen kann ich es mir durchaus das die Öl Kartelle nicht gerade glücklich über einen solche Umstand sein und durchaus nicht skrupellos handeln würden.
Und ich Teile R.O.M.s Ansicht ...kein Rauch ohne ein kleines bisschen Feuer. Nicht bei allen Verschwörungen, aber doch ...bei einigen reicht meine Vorstellungskraft aus, um Qualm zu sehen. Allerdings schüttet mein verstand nach einigem hin und her Wasser drüber... :-)
Außerdem liebe ich es mich aus Spass der Verschwörung und dem was wäre wenn doch Gedanken hinzugeben. Ist fast so als läse man ein Fantasie buch.
Und dann denke ich wie wohl die Leute geredet und gedacht hatten als das Gerücht auf kam das jemand angeblich Licht machen kann ohne Feuer oder als die Kunde rum ging das da zwei Brüder sind die angeblich fliegen können.

Netter Gruß von MaPa

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“Am Ende werden wir uns nicht an die Worte unserer Feinde erinnern, sondern an das Schweigen unserer Freunde.““
-Martin Luther King-

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