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#418671

Tiller zur Homepage von Tiller

06.12.2017, 12:36:06

Trocknen nach Flüssigkeitsschaden (pc.hardware)

Tach zusammen,

mal ne grundsätzliche Sache/ Frage.

Habe von Peggys Tee- Mischgeschick gelesen.
Und die dazugehörigen Tipps zum Trocknen.

Wie siehts damit aus?

Beim Trocknen durch Wärme, Trockenkissen, etc wird doch das Prinzip der Verdunstung angewandt. Da die im Wasser (Flüssigkeiten allgemein) enthaltenen Mineralien/ Salze aber nicht verdunsten und diese erst die elektrische Leitfähigkeit einer Flüssigkeit herstellen, bliebe doch nach dem Trocknen das Problem weiterhin, da diese zu leitfähigen Querverbindungen/ Kurzschlüssen/ Kriechströmen an elektrischen Bauteilen führen.

Ergo das reine Trocknen gar nicht hilft.

Ein Prof von mir hat mal gesagt, man müsse folgendermaßen damit umgehen:

Sofort Energiequelle entfernen, bevor es zu Beschädigungen kommt, ergo möglichst schnell Akku raus oder Netzstecker ziehen.
Gerät in reinen Alkohol legen, um die andere eingedrungene Flüssigkeit zu verdrängen.
Dann trocknen, denn der Alkohol verdunstet Rückstanndfrei.

Tada!

Stimmt das so, kann das jemand bestätigen?

--
Grüße aus Wuppertal/ dem Sauerland

Tiller

Bei dem schauspielerischen Talent unserer Politiker sollten diese keine Diäten bekommen, sondern Gagen.

#418672

DomiAleman zur Homepage von DomiAleman

06.12.2017, 13:33:00

@ Tiller

Trocknen nach Flüssigkeitsschaden

> Gerät in reinen Alkohol legen, um die andere eingedrungene Flüssigkeit zu


So reinige ich gelegentlich stark verschmutzte Leiterplatten:

Ich spüle sie erst mit Seifenwasser, dann mit klarem Wasser, danach mit Brennspiritus um das Wasser aus Hohlräumen herauszuwaschen, danach trocknen..fertig.

Allerdings hat das bei einem Handy welches im Meer baden gegangen ist, NICHT funktioniert, der Kunststoff hat sich komplett aufgelöst, was ich bis dahin nur von Benzin oder Verdünnung kannte.

DoMi

--
[image]

#418673

fuchsi zur Homepage von fuchsi

06.12.2017, 13:35:40

@ DomiAleman

Trocknen nach Flüssigkeitsschaden

Manche Schiebeschalter haben auch eine Schmierung drin, die man damit ausspült.

--
mein privates Hobby. www.ffzell.at

#418676

DomiAleman zur Homepage von DomiAleman

06.12.2017, 13:40:39

@ fuchsi

Trocknen nach Flüssigkeitsschaden

> Manche Schiebeschalter haben auch eine Schmierung drin, die man damit
> ausspült.

Tja da muss man dann abwägen ob einem eine sicher korrodierende Platine oder eine vielleicht entfetteter Schiebeschalter lieber ist.

Das Problem betrifft besonders auch Potis, in die das Wasser zwar rein, aber nur sehr schwer wieder herauskommt.

Notfalls mit geeignetem Kontaktspray nachfetten.

DoMi

--
[image]

#418677

fuchsi zur Homepage von fuchsi

06.12.2017, 14:20:44
(editiert von fuchsi, 06.12.2017, 14:21:01)

@ DomiAleman

Trocknen nach Flüssigkeitsschaden (ed)

Darum würde ich nie eine ganzes Gerät 'waschen' wie im Eingangsthread gefragt, sondern immer nur die Platine.

Hier kann man auch vorsichtig Teile der Platine mit Seifenwasser bürsten. Ich verwende dazu eine alte (relativ weiche) Zahnbürste.

--
mein privates Hobby. www.ffzell.at

#418674

Adi G.

06.12.2017, 13:37:34
(editiert von Adi G., 06.12.2017, 13:38:08)

@ Tiller

Trocknen nach Flüssigkeitsschaden (ed)

> Ein Prof von mir hat mal gesagt, man müsse folgendermaßen damit umgehen:
>
> Sofort Energiequelle entfernen, bevor es zu Beschädigungen kommt, ergo
> möglichst schnell Akku raus oder Netzstecker ziehen.
> Gerät in reinen Alkohol legen, um die andere eingedrungene Flüssigkeit zu
> verdrängen.
> Dann trocknen, denn der Alkohol verdunstet Rückstanndfrei.
>
> Tada!
>
> Stimmt das so, kann das jemand bestätigen?
Aber der Rückstandfrei verdunstende Alkohol kann an sich nur Wasser verdrängen, nicht die Mineralstoffe. Aber vielleicht werden sie, solange sie in Wasser gelöst vorliegen, beim Verflüchtigen des Alkohols zusammen
mit den Wasseresten mit "herausgerissen".
Isopropylalkohol wäre der Alkohol der Wahl, da reiner Äthanol durch die Besteuerung sehr teuer ist.

LG

Adi

--
"Gerade das Unvollkommene bedarf unserer besonderen Liebe" frei uminterpretiert nach Oscar Wilde

Ich war dabei, bei 3 historischen Netz-Treff Treffen, die
insgesamt vom Freitag, den 25.6.2010 bis Sonntag, den 27.6.2010
in Bad Emstal und vom Freitag, den 17.06.2011 bis zum Sonntag den 19.06.2011 in Altdorf b. Nürnberg und vom Freitag, den 15.06.2012 bis zum Sonntag, den 17.06.2012 in Eisenach, dauerten.

Reparieren, Elektroschrott vermeiden!
www.repaircafe-altdorf.de

ACHTUNG! Wer zu weit nach Rechts abkommt, landet im Straßengraben!

Auch der Kluge macht Fehler, nur der Dumme lernt daraus nicht.

Deine Apotheke um die Ecke: gut beraten und gut behütet!

#418675

Karsten Meyer zur Homepage von Karsten Meyer

Konstanz am Bodensee,
06.12.2017, 13:39:34

@ Tiller

Trocknen nach Flüssigkeitsschaden

> Beim Trocknen durch Wärme, Trockenkissen, etc wird doch das Prinzip der
> Verdunstung angewandt. Da die im Wasser (Flüssigkeiten allgemein)
> enthaltenen Mineralien/ Salze aber nicht verdunsten und diese erst die
> elektrische Leitfähigkeit einer Flüssigkeit herstellen, bliebe doch nach
> dem Trocknen das Problem weiterhin, da diese zu leitfähigen
> Querverbindungen/ Kurzschlüssen/ Kriechströmen an elektrischen Bauteilen
> führen.

Deshalb fragte ich ja, ob der Tee gesüßt oder mit Milch versehen war. In reinem Wasser dürfte eigentlich nichts sein, das nach Verdunsten desselben nenneswert übrig bleibt, und bei Tee bin ich auch zuversichtlich, dass da nichts leitet. Ganz anders sieht das schon bei Meerwasser aus, um das es aber nicht ging.

> Ein Prof von mir hat mal gesagt, man müsse folgendermaßen damit umgehen:
>
> Sofort Energiequelle entfernen, bevor es zu Beschädigungen kommt, ergo
> möglichst schnell Akku raus oder Netzstecker ziehen.
> Gerät in reinen Alkohol legen, um die andere eingedrungene Flüssigkeit zu
> verdrängen.
> Dann trocknen, denn der Alkohol verdunstet Rückstanndfrei.

Was an Alkohol besser sein soll als an destilliertem Wasser, wüsste ich nicht. Wasser wäre mir lieber, da weniger aggressiv.

Gruß Karsten

--
Ich zeige Fotos bei facebook und bei Google Plus. Gucken kostet nichts!

#418678

baeuchlein

06.12.2017, 15:27:13
(editiert von baeuchlein, 06.12.2017, 15:27:50)

@ Karsten Meyer

Weitere "Trock(n)enübungen" (ed)

> > Beim Trocknen durch Wärme, Trockenkissen, etc wird doch das Prinzip der
> > Verdunstung angewandt. Da die im Wasser (Flüssigkeiten allgemein)
> > enthaltenen Mineralien/ Salze aber nicht verdunsten und diese erst die
> > elektrische Leitfähigkeit einer Flüssigkeit herstellen, bliebe doch nach
> > dem Trocknen das Problem weiterhin, da diese zu leitfähigen
> > Querverbindungen/ Kurzschlüssen/ Kriechströmen an elektrischen Bauteilen
> > führen.
>
> Deshalb fragte ich ja, ob der Tee gesüßt oder mit Milch versehen war. In
> reinem Wasser dürfte eigentlich nichts sein, das nach Verdunsten desselben
> nenneswert übrig bleibt, und bei Tee bin ich auch zuversichtlich, dass da
> nichts leitet.

Bei Tee wäre ich mir nicht so sicher. Tee ist ja immerhin im zubereiteten Zustand eine Säure, also teilt der sich genauso in Ionen (die transportieren dann den Strom) auf wie z.B. Salzwasser. Wie das im getrockneten Zustand aussieht, weiß ich aber nicht.

> Ganz anders sieht das schon bei Meerwasser aus, um das es
> aber nicht ging.

Selbst Sprudelwasser (nicht getrocknet) kann schon ganz gut leiten. Mir ist mal etwas davon auf eine Tastatur gekommen, die in Betrieb war, aber offen, so dass die aufgedruckten "Leitungen" auf der Plastikfolie darin frei lagen. An der Stelle, wo Tropfen von Sprudel drauf waren, verschwanden die Leitungen unter hörbarem Zischen. Da kann man mal sehen, was 5 Volt so alles anrichten können. ;-)

> > Ein Prof von mir hat mal gesagt, man müsse folgendermaßen damit umgehen:
> >
> > Sofort Energiequelle entfernen, bevor es zu Beschädigungen kommt, ergo
> > möglichst schnell Akku raus oder Netzstecker ziehen.

Würde ich auch so machen. Siehe erneut oben die bewässerte Tastatur. Allerdings müsste man an sich auch die CMOS-Batterie mit 'rausnehmen.

> > Gerät in reinen Alkohol legen, um die andere eingedrungene Flüssigkeit
> zu
> > verdrängen.
> > Dann trocknen, denn der Alkohol verdunstet Rückstanndfrei.

Nur wird "reiner" Alkohol (ich gehe von Ethanol, also dem trinkbaren Alkohol, aus, nicht von "Isopropylalkohol") vermutlich noch ca. 4 % Wasser enthalten. Das ist nur sehr schwer abzutrennen und für die meisten Zwecke nicht wichtig. Ob es im vorliegenden Fall ein Problem ist, weiß ich nicht.

> Was an Alkohol besser sein soll als an destilliertem Wasser, wüsste ich
> nicht. Wasser wäre mir lieber, da weniger aggressiv.

Würde ich auch so sehen. Alkohol kann insbesondere diverse Kunststoffe verändern oder gar lösen, die Wasser normalerweise in Ruhe lässt.

Es geht definitiv auch ohne Alkohol, wenn man's richtig macht. Ich hatte mal Rechner bei mir zu Gast, die von einer kohleverarbeitenden Firma stammten. Das sah man innendrin auch: Schwarzer Staub und schwarzverstaubte "Wollmäuse" bedeckten mindestens einen Zentimeter hoch das Mainboard. Um da überhaupt mal was anschließen zu können, habe ich die Boards ausgebaut, die CMOS-Batterie herausgenommen und die Boards in der Dusche abgeduscht. Danach wurden sie erst mal mit einem Handtuch abgerieben (das danach reif für die Waschmaschine war), anschließend zum Abtropfen ca. 12 Stunden in der Dusche aufgestellt, und hinterher mehrmals auf einer weichen Unterlage auf ein weiteres Handtuch geklopft. Danach stellte ich sie mehrere Stunden in den Luftstrom eines Ventilators. Schließlich suchte ich nach einzelnen, noch feuchten Stellen, und trocknete die mit Hand- und Taschentüchern. Ich wartete nochmal ca. 12 Stunden, dann erst baute ich die Maschinen wieder zusammen. Funktionierte alles.

Von der Bewässerungsorgie ausgenommen waren natürlich die Netzteile, da drin ist mir jegliches Wasser viel zu heikel.

#418685

MudGuard zur Homepage von MudGuard

München,
06.12.2017, 22:03:55

@ Tiller

Trocknen nach Flüssigkeitsschaden

> Beim Trocknen durch Wärme, Trockenkissen, etc wird doch das Prinzip der
> Verdunstung angewandt. Da die im Wasser (Flüssigkeiten allgemein)
> enthaltenen Mineralien/ Salze aber nicht verdunsten und diese erst die
> elektrische Leitfähigkeit einer Flüssigkeit herstellen, bliebe doch nach
> dem Trocknen das Problem weiterhin, da diese zu leitfähigen
> Querverbindungen/ Kurzschlüssen/ Kriechströmen an elektrischen Bauteilen
> führen.

m.W. spaltet sich das Salz (NaCl) im Wasser auf in ein negatives Cl- und ein positives Na+ Ion. Der Strom fließt durch das Wasser dann dadurch, daß diese Teilchen zu den ins Wasser ragenden Kontakten (mit der entgegengesetzten Polarität) schwimmen. Also das Cl- zum positiven Pol, das Na+ zum negativen Pol.

Wenn jetzt das Wasser verdunstet und das Salz (egal ob als NaCl oder getrennt als Na und Cl) auskristallisiert, fehlt ihm das Transportmittel - Natrium und Chlor können sich nicht fortbewegen, also fließt auch kein Strom.

--
[image]
MudGuard
O-o-ostern

#418686

Hausdoc

Green Cottage,
06.12.2017, 22:10:48

@ MudGuard

Trocknen nach Flüssigkeitsschaden

> Wenn jetzt das Wasser verdunstet und das Salz (egal ob als NaCl oder
> getrennt als Na und Cl) auskristallisiert, fehlt ihm das Transportmittel -
> Natrium und Chlor können sich nicht fortbewegen, also fließt auch kein
> Strom.

Aber wehe wenn die Spur durch Feuchtigkeit auftaucht .......

Salz und Zucker (z.b. von Tee oder Cola) sind hygroskopisch. Eine hohe Luftfeuchtigkeit reicht aus um hier durch hohen Leitwert Bauteile zu bruzzeln.

--
Gruß Hausdoc

Heizungsfragen?? - Hier klicken

#418688

baeuchlein

07.12.2017, 00:43:55

@ MudGuard

Das Salz, das Wasser und was da so denkbar wäre

> > Da die im Wasser (Flüssigkeiten allgemein)
> > enthaltenen Mineralien/ Salze aber nicht verdunsten und diese erst die
> > elektrische Leitfähigkeit einer Flüssigkeit herstellen, bliebe doch nach
> > dem Trocknen das Problem weiterhin, da diese zu leitfähigen
> > Querverbindungen/ Kurzschlüssen/ Kriechströmen an elektrischen Bauteilen
> > führen.
>
> m.W. spaltet sich das Salz (NaCl) im Wasser auf in ein negatives Cl- und
> ein positives Na+ Ion. Der Strom fließt durch das Wasser dann dadurch, daß
> diese Teilchen zu den ins Wasser ragenden Kontakten (mit der
> entgegengesetzten Polarität) schwimmen. Also das Cl- zum positiven Pol, das
> Na+ zum negativen Pol.
>
> Wenn jetzt das Wasser verdunstet und das Salz (egal ob als NaCl oder
> getrennt als Na und Cl) auskristallisiert, fehlt ihm das Transportmittel -
> Natrium und Chlor können sich nicht fortbewegen, also fließt auch kein
> Strom.

Jein. Die Elektronen im NaCl könnten rein theoretisch genauso den Strom leiten wie in Metallen. Nur tun sie das bei anorganischen Salzen selten in nennenswertem Umfang. Andererseits kann Wasser noch andere Salze und sonstige Stoffe enthalten, die vielleicht noch ein Bißchen leiten. Und dann wäre da noch die Gefahr, dass man nicht alles Wasser weggetrocknet kriegt. Dann ist das ein Bißchen Wasser, mit so viel gelöstem NaCl wie es nur aufnehmen kann. Und das leitet dann prächtig. Wenn man dann Pech hat und einen Kurzschluss mit ordentlich Strom verursacht, kann das vermutlich so einiges beschädigen.

Außerdem könnte es auch sein, dass die Salzkruste zwar trocken ist, irgendwann aber wieder Wasser aus der Luft anzieht. Dann könnte es ebenfalls wieder eine leitfähige Suppe geben. Wie wahrscheinlich das ist, kann ich nicht sagen.

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